11 Fehler, die man unbedingt bei Investitionen und Geld anlegen vermeiden sollte

Die 11 größten Fehler beim Geld anlegen und investieren vermeiden

Banken und große Finanzinvestoren nutzen seit jeher die Finanzmärkte, um sich Kapital zu verschaffen oder das eigene Kapital gewinnbringend zu investieren. Doch seit vielen Jahren werden diese Möglichkeiten auch von immer mehr Privatpersonen genutzt, welche sich entweder ein passives Einkommen schaffen wollen oder eine Geldanlage bzw. Absicherung für die Zukunft suchen. Vor allem Entwicklungen wie die Herausgabe der so genannten Volks-Aktie des ehemaligen staatlichen Telekommunikationsriesen Telekom hat die Investition in Aktienwerte sozusagen hoffähig gemacht. Nachdem viele Menschen zu Beginn durch den Erwerb dieser Aktie hohe Gewinne einstreichen konnten, musste ein Teil von Ihnen auch die Schattenseite der Finanzmärkte kennenlernen und herbe Verluste akzeptieren. Dies zeigt eindrucksvoll, dass die Investition in eine einzelne Aktie niemals ein akzeptables Risiko-/Chancenverhältnis für Privatanleger bieten kann.

Im folgenden Artikel möchten wir Ihnen einige der Fehler erklären, die von vielen Privatpersonen begangen werden, wenn diese ihr Geld optimal anlegen möchten. Beachten Sie bitte, dass wir dazu auf einige Grundlagen aus dem Artikel „Einführung zu Kapitalanlagen “ zurückgreifen werden, da in diesem die Vor- und Nachteile, aber auch die Probleme der einzelnen Anlagearten übersichtlich dargestellt sind.Die Fehler von privaten Investoren an den Finanzmärkten, welche wir im Folgenden genauer diskutieren wollen, gehören zu den Kategorien Verständnisfehler und Verhaltensfehler. Am Ende wollen wir zudem auf die Sicht von Kleinanlegern und auf die Strategie so genannter passiver Investitionen eingehen.

Verständnisfehler von Privatanlegern bei der Geldanlage

Private Investoren haben im Gegensatz zu institutionellen Anlegern, wie Banken, vergleichsweise wenig Zeit, um sich mit Ihren Investitionen im Detail auseinanderzusetzen. Leider wird in Deutschland seit langem auch in den allgemeinbildenden Schulen nur wenig Praxiswissen über die Aktienmärkte vermittelt (G. Hobein). Nicht selten fehlt es den gewillten Anlegern aber auch am Ansporn, sich mit dieser Materie intensiv zu beschäftigen. Da wundert es wenig, dass gerade die Verständnisfehler häufig das größte Problem innerhalb der Anlagestrategien von Privatanlegern darstellen. Findige Finanzvermittler, die Provisionen erhalten und nicht von den Anlegern bezahlt werden, nutzen diese Unwissenheit aus, um den Kleinanlegern suboptimale Produkte schmackhaft zu machen und den Kunden zur Unterschrift zu bewegen.

  • Fehler beim Geld anlegen: Falsche Abschätzung des Zusammenhanges zwischen Rendite und Risiko

Jedem Anleger und Investor sollte stets bewusst sein, das Risiko und Rendite jeglicher Anlageformen direkt miteinander in Verbindung stehen. Der Begriff Rendite ergibt sich dabei aus der Ableitung der Kompensation für ein reales Risiko. Ein Anleger wird somit durch die Rendite dafür belohnt, dass er ein entsprechendes Risiko trägt. Das bedeutet zugleich, dass bei einer hohen Rendite einer Anlage diese automatisch ein hohes Risiko beinhalten muss. Dieses Risiko ist jedoch nicht, wie häufig angenommen, etwas, was quasi nie zum Tragen kommt, sondern muss und wird regelmäßig zu Verlusten bei Investoren führen. Im Gegensatz dazu meinen die meisten Privatanleger leider, dass Risiko und Rendite nicht gemeinsam zunehmen, sondern gehen nach Ihrem Bauchgefühl davon aus, dass ein höheres Risiko zu einer niedrigeren Rendite führt (H. Shefrin). Das korrekte Verständnis der Verbindung zwischen Risiko und Rendite ist jedoch eine unabdingbare Voraussetzung für zielführende Investitionsentscheidungen.

  • Fehler beim Geld anlegen: Der „Flucht“-Verständnisfehler

Neben dem mangelnden Verständnis des Zusammenhangs zwischen Risiko und Rendite unterliegen Kleinanleger häufig einem anderen Verständnisfehler: „Der Flucht aus einer Anlage“. Es kommt immer wieder vor, dass bestimmte Vermögenswerte herbe Kursverluste erleiden und nicht selten liest man auch in angesehen Finanzzeitungen Schlagzeilen über die „Flucht der Investoren“. Dieses Szenario trifft jedoch in keiner Weise auf die modernen Finanzmärkte zu, da eine „Flucht aller Investoren“ quasi unmöglich ist.

Um das zu verstehen, muss man sich ins Gedächtnis rufen, wie der Kurs eines Vermögenswertes ermittelt wird: Der Kurs einer Aktie, eines Rohstoffes etc. bestimmt sich aus dem Angebot und der Nachfrage, welche jeweils vom Preis abhängig sind. Umso höher der Preis liegt, desto höher ist das Angebot, aber desto geringer ist die Nachfrage und umgekehrt. Der Kurs an den Finanzmärkten ist nun der Preis, bei dem Angebot und Nachfrage gleich sind. Das bedeutet entsprechend, dass niemals alle Investoren gleichzeitig einen Vermögenswert abstoßen können, weil es immer jemanden geben muss (einen Optimisten), der die Aktie im Gegenzug kauft, weil die Zahl an Aktien immer genau gleichbleibt (E. Fama, K. French).

Die falsche Wahrnehmung der Tatsachen führt leider dazu, dass Kleinanleger immer versucht sind, der (nicht vorhandenen) Mehrheit anderer Anleger zu folgen und eine Aktie zu verkaufen, bevor es „zu spät“ ist. Dies verhindert jedoch die zielgerichteten Lernfortschritte von Privatanlegern, denen dadurch eine rationale Vermögensbildung verwehrt bleibt (G. Hobein),(J. Leinert).

  • Fehler beim Geld anlegen: Änderungen der Kurse von Vermögenswerten und Renditen

Ein steigender Kurs eines Vermögenswertes ist, wie bereits im vorherigen Abschnitt erläutert, auf eine Erhöhung der Nachfrage oder auf ein Absinken des Angebots zurückzuführen. Private Anleger neigen jedoch auch hier dazu, diesen Grundsatz zu missachten. So erwartet ein Kleinanleger in der Regel, dass eine Aktie mit einem stark gestiegenen Kurs auch in Zukunft weiter kräftig steigen wird. Genau dieser Fehler wurde vielen späten Investoren bei der Telekom-Aktie zum Verhängnis. Diese haben die Aktie zu einem Zeitpunkt erworben, an dem die Nachfrage ungebrochen war und diese dadurch weiter erhöht. Auch wenn dies kurzfristig zu einem weiteren Anstieg des Kurses geführt hat, sank der Kurs langfristig wieder, weil die Nachfrageerhöhung nicht von Dauer sein konnte. Demnach müssen hohe Preise dazu führen, dass die Anleger eine Aktie abstoßen und nicht, dass Sie mehr dieses Vermögenswertes erwerben. Besonders paradox daran ist, dass eine Privatperson in der Regel mehr eines materiellen Guts kauft, wenn dessen Preis sinkt, beim Handel an der Börse jedoch dieses Verhalten umkehrt (Bernstein),(B. Graham).

  • 4. Fehler beim Geld anlegen: Erfolgreiche Unternehmen haben auch erfolgreiche Aktien

Nokia war 1996 ein erfolgreiches Unternehmen, ein Nokia "Knochen" kostete 4 000 DM und die Nokia Aktie war 1996 ein heißer Börsentip. Blackberry (oder RIM) war 2006 ein erfolgreiches Unternehmen, ein Blackberry der Premiumserie kostete 2.000 CHF, und die Aktien waren auf einem Höhenflug. Blackberry und Nokia werden heute zu einem geringen Bruchteil ihres einstigen Wertes gehandelt. Apple ist 2016 ein erfolgreiches Unternehmen, ein IPhone der Oberklasse kostet 2 000 CHF und niemand kann sagen zu welchem Preis die Apple Aktie in 2026 gehandelt werden wird. Es gibt aber Indizien dafür, dass sich die IPhone Erfolgsgeschichte nicht ewig fortschreiben lassen wird.

Privatanleger, welche versuchen, sich mehr mit ihren eigenen Investitionen auseinanderzusetzen, versuchen in der Regel auch „gute“ Aktien zu finden. Leider tun sie dies oft dadurch, dass sie den Erfolg eines bestimmten Unternehmens betrachten und dies mit dem Erfolg von dessen Aktien gleichsetzen. Im Gegensatz zu dieser Annahme gilt jedoch, dass erfolgreiche und solide Unternehmen in der Regel weniger erfolgreiche Aktien (bezüglich der Rendite) haben (S. Thorley). Dieser Verständnisfehler lässt sich wieder auf den falsch verstandenen Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite zurückführen. Wer akzeptiert, dass ein höheres Risiko mit einer höheren Rendite verbunden ist, dem wird schnell klar, dass ein solides Unternehmen (geringes Risiko) keine hohe Rendite bieten kann. Man könnte dies auch so zusammenfassen: Schlechte Unternehmen haben gute Aktien und gute Unternehmen haben schlechte Aktien (Bernstein). Durch diesen Verständnisfehler neigen Privatanleger erneut dazu, sich falsch zu verhalten.

  • Fehler beim Geld anlegen: Die falsche Wahrnehmung von Zukunftsbranchen und Wachstumsländern

Wachstumsländer, aber auch gerade Zukunftsbranchen, werden von Privatanlegern gerne in den eigenen Portfolios bevorzugt. Dies liegt unter anderem daran, dass sie glauben, dass diese Kategorie an Vermögenswerten ein besonders hohes zukünftiges Wachstum verspricht. Die Wirtschaftsforschung konnte jedoch in den letzten Jahrzehnten immer wieder zeigen, dass es keinen Wirtschaftssektor gibt, der langfristig tatsächlich höhere Renditen abwirft als andere Wirtschaftssektoren im gleichen Zeitraum. Zudem birgt eine starke Fokussierung der Anlagestrategie so genannte Ballungsrisiken, die es vor allem bei Privatanlegern unbedingt zu vermeiden gilt. Weiterhin sind die Technologieunternehmen einem weiteren, renditereduzierenden Effekt ausgesetzt. Sie entwickeln zwar häufig Innovationen, können jedoch nur kurzfristige darauf basierende Wachstumseffekte verbuchen. Die eigentlichen Nutznießer sind in der Regel Unternehmen aus anderen Sektoren, die deutlich mehr damit verdienen (L. Swedroe).

  • Fehler beim Geld anlegen: Inflationsrisiken

Ein weiteres Problem, dem Anlagen ausgesetzt sind, ist das Inflationsrisiko, das heißt der mögliche reale Kaufkraftverlust. Ziel einer langfristigen Anlage soll es ja sein, einen Kaufkraftgewinn zu erreichen. Gerade Anlageformen, die nur eine geringe Rendite versprechen, wie Staatsanleihen von Ländern mit extrem guter Bonität, sind diesem Risiko besonders ausgesetzt. Betrachtet man die Renditen dieser Anlageform retrospektiv abzüglich der Inflation, so finden sich häufig sogar negative Renditen (J. Siegel).

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Verhaltensfehler

Die oben angesprochenen Verständnisfehler haben häufig in der Konsequenz verschiedene Verhaltensfehler von Privatanlegern zur Folge. In den nun folgenden Abschnitten sollen diese Verhaltensfehler und weitere, unabhängige Verhaltensfehler kurz erläutert werden.

  • Fehler beim Geld anlegen: Abweichungen von der eigenen Risikostreuung

Es ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass es von entscheidender Bedeutung für eine langfristige Anlagestrategie ist, das Risiko möglich breit zu streuen. Das bedeutet, dass verschiedene geographische, geopolitische Segmente, Branchen und Anlageklassen sinnvoll gemischt werden sollten, um ein angemessenes Chancen/Risiko-Verhältnis zu erreichen. Problematisch wird das Ganze, wenn diese zu Beginn festgelegte Streuung und Zusammensetzung sich anders verhält, als man es eigentlich erwartet hat. So kann es passieren, dass das eigene Portfolio eine schlechtere Rendite einbringt, als dies Referenzen, wie zum Beispiel der DAX, im Vergleichszeitraum tun. Der Fehler der daraus resultiert ist die Abweichung von der eigenen Strategie, da so die möglichen kurzfristigen Verluste, die man ja erlebt hat, deutlich betont, aber die möglichen Chancen unterrepräsentiert bleiben. In der Regel ist es also besser, an der eigenen Diversifikation festzuhalten, wenn nicht grundsätzliche Schwachpunkte erkannt wurden, die es auszumerzen gilt (R. Gibbson).

  • Fehler beim Geld anlegen: Übertriebenes (Selbst)vertrauen und lineare Extrapolation

Eigentlich bezieht sich der Fehler des übertriebenen Selbstvertrauens der Privatanleger in Deutschland nicht unbedingt auf den Anleger selbst, sondern auf das Vertrauen in andere. Dies sind zum einen natürlich die Finanzberater, aber auch die Verwalter von Fondvermögen. Ein Privatanleger geht in der heutigen Zeit fast automatisch davon aus, dass diese vermeintlichen Experten der Finanzmärkte automatisch das Beste für ihn und sein Kapital herausholen. Vergessen wird dabei häufig, dass diese Vertrauenspersonen einerseits eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen und es anderseits keinen Beweis dafür gibt, dass sie in der Lage sind, die Finanzmärkte tatsächlich langfristig zu schlagen. Zu schlagen bedeutet in diesem Falle, eine Rendite zu erzielen, welche die durchschnittliche Rendite (zum Beispiel des Dax) übertrifft (B. Barber, T. Odean),(B. Barber, T. Odean),(M. Glaser, M. Weber).

Der Fehler der linearen Extrapolation beruht auf der fehlerhaften Annahme, dass die in der Vergangenheit erzielten Renditen sich direkt auf das Jetzt und die Zukunft übertragen lassen. Daher kaufen Privatanleger besonders gern Vermögenswerte, Fonds oder Aktien, welche sich in der jüngsten Vergangenheit besonders gut entwickelt haben. Dennoch gilt, wie durch viele wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen belegt, dieser Zusammenhang nicht. So liegen die Renditen der Fonds, die in den letzten Jahren zu den besten gehört haben, in der Regel langfristig nicht über den Renditen anderer (M. Statmann),(J. Zweig).

  • Fehler beim Geld anlegen: Der Glaube an und die fehlerhafte Nutzung von Finanz- und Renditeprognosen

Analysten, Wirtschaftsweise, verschiedene Finanzinstitutionen und Finanzökonomen veröffentlichen mehr oder weniger regelmäßig Prognosen für die zukünftige Entwicklung. Dies betrifft nicht nur die allgemeine Wirtschaftslage, sondern auch Aktienkurse, Rohstoffpreise, Inflationsraten, Arbeitsmarktkennzahlen, Zinssätze und vieles andere mehr. Ganze Bücher, Zeitschriften und Onlineartikel werden mit diesen Kennzahlen gefüllt und viele Privatanleger nehmen diese Prognosen für bare Münze. Immer wieder zeigt sich jedoch, dass diese Prognosen in einer Vielzahl der Fälle nicht zutreffen und nur eine sehr schlechte Vorhersagequalität besitzen (J. Zweig),(P. Tetlock). Gerade kleine Anleger lassen sich von der Meinung dieser Experten gerne zu falschen Investitionsentscheidungen verleiten. Auch dies steht im Zusammenhang mit dem oben beschriebenen „übermäßigen Vertrauen“.

Es lässt sich auch rational begründen, warum diese Prognosen regelmäßig versagen müssen. Dies liegt unter anderem daran, dass die zugrundeliegenden Informationen auch den Finanzmärkten zur Verfügung stehen und damit bereits im Kurs berücksichtigt sind. Weiterhin ist die Genauigkeit der Prognosen begrenzt, weil eine genaue Vorhersage erst dann möglich ist, wenn das Ereignis bereits eingetreten ist. Weiterhin beeinflussen sich die Prognosen selbst, wenn eine Vielzahl an Menschen an diese glaubt (z. B.). Auch die Komplexität der Märkte und Systeme erschwert gute Prognosen und wenn es jemanden gäbe, der genaue Vorhersagen machen könnte, dann würde dieser mit der Veröffentlichung explizit gegen seine eigenen Interessen handeln (N. Taleb),(M. Spiworks).

  • Fehler beim Geld anlegen: Anwendung des Fonds-Ratings als Auswahlkriterium

Private Anleger wünschen sich ein möglichst einfaches System, um die Güte, Performance und Glaubwürdigkeit eines bestimmten Fonds zu bestimmen. Durch die Medien wird Ihnen vermittelt, dass das so genannte Fonds-Rating ein solches System darstellt und dass dieses von jedermann leicht genutzt werden kann. Diese Ratings werden in Deutschland von fast zwanzig verschiedenen Institutionen zur Verfügung gestellt. Beispiele für diese Gruppen sind Stiftung Warentest, Standard & Poor’s, Morningstar und Feri Rating & Research. Die Einstufungen einzelner Fonds durch diese Organisationen beeinflussen nachweislich den Geldfluss in diese Fonds, unabhängig von deren tatsächlicher Performance (D. del Guerico, P. A. Tkac). Leider zeigt sich jedoch, dass auch diese Ratings nur eine sehr geringe Vorhersagekraft haben, die in der Regel nur wenig von einer zufälligen Vorhersage unterscheidbar ist (J. Jordan, A. Loviscek,(M. Morey). Damit führt das Vertrauen auf Fonds-Ratings möglicherweise zu fehlerhaften Investitionsentscheidungen.

  • Fehler beim Geld anlegen: „Intelligente“ Investmentprodukte als Mittel für hohe Renditen mit geringerem Risiko

Auch dieses Verkaufsargument wird von den Provisionsberatern gerne genutzt, um Privatanlegern bestimmte Anlagen „verkaufen“ zu können. Dabei argumentieren sie, dass bestimmte Produkte so gestaltet sind, dass das Risiko der Anleger minimiert und die zu erwartende Rendite gleichzeitig maximiert wird. Wie wir bereits deutlich gemacht haben, besteht jedoch ein direkter Zusammenhang zwischen der Rendite und dem zu tragenden Risiko. Ein Finanzprodukt kann daher bei gleicher, hoher Rendite, niemals ein geringeres Risikoniveau erreichen, weil dies den fundamentalen Regeln der modernen Finanzmärkte entgegenstehen würde. Dennoch verkaufen sich Produkte, die eine so genannte Kapitalgarantie oder Mindestrendite bieten außerordentlich gut, weil der Anleger meint, mit diesen ja kein Risiko einzugehen. Problematisch an diesen Anlagen ist jedoch, dass er dadurch auch an eventuellen Gewinnen nur anteilig beteiligt wird und dadurch seine tatsächliche Rendite deutlich niedriger als bei Standard-Fonds ist. Dies ist sozusagen der Preis, den der Anleger für diese Sicherheit bezahlt. Hinzu kommt, dass es für den Privatanleger ein erhebliches Ausfallrisiko gibt, wenn der Garantiegeber, also in der Regel eine Bank, diese Garantie am Ende der Laufzeit finanziell nicht erfüllen kann (E. Dimson, P. Marsh, M. Staunon).

Die Sicht der Kleinanleger und Verständnisfehler bei passiven Investitionen

Passive Investitionen werden häufig mit Untätigkeit verwechselt. Gerade private Anleger glauben daher gerne, dass eine solche Strategie zwangläufig einer aktiven Verwaltung unterlegen sein muss. In der Vergangenheit, aber auch in der jüngeren Zukunft häufen sich jedoch die Hinweise darauf, dass gerade eine aktive Vermögensverwaltung, die das Ziel hat, den Markt zu schlagen, in der Regel durchschnittlich weniger Rendite erzielt.

Eine passive Investitionsstrategie kann nur in stabilen, gesicherten Märkten erfolgreich sein

Immer wieder hört man, dass sich eine passive Investitionsstrategie vor allem für weniger volatile, stabile Märkte eignet. Dazu zählen unter anderem die Märkte aller großen Industrieländer inklusive deren Staatsanleihen. In diesen Märkten gelte der Zusammenhang, dass Indexfonds in der Regel eine bessere Performance zeigen. Für die Märkte der Schwellenländer und anderer Hochrisikomärkte sei es jedoch besser, eine aktive Investitionsstrategie anzuwenden. Untersuchungen neueren Datums können jedoch diesen Zusammenhang nicht nachweisen. Hingegen konnten Sie darstellen, dass eine passive Investmentstrategie sowohl in den stabilen Large-Cap- als auch auf den Schwellenmärkten funktioniert (Standard & Poor’s Indices versus active funds scorecards),(H. Bhatia),(C. Philips).

Die Hilflosigkeit passiver Investoren bei Markteinbrüchen

Gern glaubt ein Kleinanleger auch, dass in Phasen von großen Kursabschlägen oder auch Markteinbrüchen eine passive Investitionsstrategie quasi zur Hilflosigkeit verdammt ist. Das ist gleichbedeutend damit, dass eine solche Investition wesentlich größere Defizite hinnehmen muss, als ein aktiv verwalteter Fond im gleichen Zeitraum. Bei einer aktiven Vermögensverwaltung bestünde immerhin noch die Möglichkeit, das Schlimmste durch den Verkauf von Vermögenswerten zu verhindern. Auch diese, vermutlich von jedem intuitiv bejahte These wurde innerhalb der Wirtschaftsforschung intensiv untersucht. Historische Daten konnten die Richtigkeit dieser Annahme nicht belegen, weshalb davon auszugehen ist, dass diese nicht zutrifft. Betrachtet man zum Beispiel das schlechte Börsenjahr 2008, so verlor der Markt in den USA im Durchschnitt 37%, während die aktiv verwalteten Fonds im gleichen Zeitraum fast 40% an Wert einbüßen mussten. Auch bei anderen Betrachtungen zeigt sich, dass aktiv verwaltete Fonds auch in Krisenzeiten regelmäßig höhere Verluste erlitten als die Indizes (D. Phillips). Ursache ist hierfür ebenfalls, dass eine frühzeitige Prognose dieser Abschwungphasen notwendig wäre, aber nicht ausreichend möglich ist, um deren Auswirkungen durch aktives Management zu vermindern.

Trotz Kosten schneiden verantwortungsvoll professionell verwaltete Vermögen besser als Privatanleger ab

Schweizer Vermögensverwalter haben nicht umsonst einen herausragenden Ruf in aller Welt. Anders als beim Vertrieb durch Versicherungsvertreter oder Finanzvermittler, die normalerweise durch unüberschaubare Provisionen beeinflusst werden, wird der Schweizer Vermögensverwalter (oder genauer gesagt Finanzportfolioverwalter)klassischerweise auf einer prozentualen Basis gemessen am investierten Vermögen bezahlt. Dabei werden die Gelder der Investoren auch nicht, wie sonst üblich in einem "gepoolten Investment" angelegt sondern in "segregated Accounts".

Durch diese Sicherheitsmaßnahme der Segregierung oder Trennung der Vermögen einzelner Anleger entsteht viel zusätzlicher Aufwand. Durch die Trennung müssen alle Prozesse wie Handelsaktivitäten, Kontoauszüge, Steuerreporting, Geldwäschefiles ... für jeden Anleger einzeln vorgenommen werden. Noch vor 10 Jahren mussten all diese Prozesse maßgeblich manuell vorgenommen werden, deshalb waren Schweizer Asset Manager erst ab einem Vermögen 500 000 Schweizer Franken zu finden. Ein solches Vermögen war einfach notwendig um die Kosten der getrennten Verwaltung der Vermögen zu decken.

SAMT AG bestreitet durch konsequent digitale Prozesse neue Wege und kann deshalb bereits ab deutlich geringeren Vermögen die Vorteile einer echten Schweizer Vermögensverwaltung bieten.

Wissenschaftliche Studien, bei denen eine größere Anzahl an realen privaten Accounts untersucht werden konnten sind relativ schwer zu finden. Dennoch gibt es einige umfangreiche Studien, bei denen die Daten der Accounts privater Anleger von großen Brokern in anonymisierter Weise für die jeweilige wissenschaftliche Untersuchung zur Verfügung gestellt wurden. Als wissenschaftlicher Beleg der geringeren Anlagerendite, die durch private Investoren erzielt wird können deswegen eine ganze Reihe wissenschaftlicher Studien herbeigeführt werden.

So zum Beispiel L. Schneider, der die Entwicklung von 266 Fonds in Großbritannien über 12 Jahre von 1992 bis 2003 untersucht und feststellt, dass die passive Anlagerendite durchschnittlich 9% pro Jahr betrug, während klassische aktive Fonds 6,9% Rendite pro Jahr erreichten und reale private Anleger nur 4,9% Rendite. Damit erzielten die realen privaten Anleger ca. 43% weniger Rendite als der Markt.

Oder G. C. Friesen und T. Sapp, die in einer Studie über 14 Jahre und 7125 Fonds bei einer Marktrendite von 12,2% nur 7,7% Rendite bei Investmentfonds und nur 6,1% durchschnittliche Rendite bei Privatanlegern feststellten. Das sind 47% weniger Rendite für Privatanleger gegenüber der Marktrendite.

Historische Auswertungen zeigen, dass die Rendite der SAMT AG verwalteten passiven Investmentportfolios je nach Risikoprofil nahe an der Marktrendite liegt (siehe Artikel über die Vorteile der Portfoliooptimierung).

Zusammenfassung und Fazit

Durch das im Vergleich zu anderen Industrieländern fehlende Wissen und das mangelnde Verständnis von Kleinanlegern kommen Privatanleger in Deutschland selten in den Genuss einer optimalen Anlagestrategie. Häufig werden Versicherungsvertreter für die Vertragsabschlüsse per Provision bezahlt, was zunächst dem Privatanleger als kosteneinsparend erscheint. Richtig ist jedoch, dass diese Berater häufig mehr von den eigenen finanziellen Interessen als von denen der Kunden getrieben werden. Dadurch erhalten Kleinanleger nur selten eine umfassende und angemessene Beratung. Durch das übertriebene Vertrauen in diese Berater und das mangelnde Verständnis des Zusammenhangs von Rendite und Risiko werden systematisch falsche Investitionsentscheidungen getroffen. Eine passive Investitionsstrategie über die Abbildung der so genannten Indizes ist in aller Regel den aktiv verwalteten Fonds in Bezug auf die Rendite überlegen. Dies mag nicht der Intuition der Anleger entsprechen, trifft aber dennoch zu. Eine entsprechende einfache Buy&Hold-Strategie vermeidet zudem, dass ein Kleinanleger Vermögenswerte bei einem hohen Kurs kauft und in einem Kurstief verkauft, da dies zumeist mit Verlusten verbunden ist.

Die finanzmathematischen Modelle, mit denen die SAMT AG die passiv verwalteten Kundenportfolios entwirft sind einer Buy&Hold Strategie deutlich überlegen und die geringen Gebühren der SAMT AG erlauben es dem Kunden Vermögen aufzubauen.

Noch eine Bitte am Ende: lesen Sie unbedingt die folgenden verbundenen Artikel, damit Sie ein vollständiges Verständnis bekommen:

  • Der SAMT AG Vermögensverwaltungsansatz für passive Anlagestrategien
  • ...

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