Übersicht über Kapitalanlagen wie Immobilien und spekulative Kapitalanlagen wie Aktien oder Gold.

Arten von Kapital- und Geldanlagen von Immobilien über Gold zu Aktien

Noch unsere Großeltern sparten Ihr Geld in erster Linie im sprichwörtlichen Sparstrumpf und etwas später vielleicht noch auf einem Sparbuch an. Die Zinsen waren niedrig doch es handelte sich um eine sehr sichere Geldanlage. Inzwischen sind die Zinsen jedoch so weit gefallen, dass jedem bewusst ist, dass ein Sparbuch keine wirklich sinnvolle Geldanlage sein kann. Auch andere beliebte, sichere Geldanlagen werfen keine oder nur sehr niedrige Erträge ab[1]. Im Falle einer Kapitallebensversicherung kann es sogar passieren, dass Sie am Ende der Laufzeit weniger Geld ausgezahlt bekommen als Sie tatsächlich eingezahlt haben. Auch die steuerliche Neugestaltung der Altersvorsorge hat dazu geführt, dass die verschiedenen Möglichkeiten von Geldanlagen neu bewertet werden müssen[2]. Im folgenden Artikel wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick über die einzelnen Kapitalanlagen von Immobilien über Gold zu Aktien geben, welche wir dann in weiterführenden Artikeln genauer beleuchten wollen.

Kategorien von Kapital- und Geldanlagen

Die verschiedenen Geldanlagen lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einordnen, die sich teilweise auch überschneiden. Eines dieser Kriterien ist zum Beispiel die Laufzeit, die maßgeblich die Liquidität des Anlegers beeinflussen kann. Anhand dieses Kriteriums unterscheidet man in der Regel drei Arten von Geldanlagen:

  • Kurzfristige Kapitalanlagen, die in kurzer Zeit und normalerweise ohne Verlust aufgelöst werden können
  • Mittelfristige Kapitalanlagen mit Laufzeiten zwischen einigen Monaten und wenigen Jahren
  • Langfristige Kapitalanlagen mit Laufzeiten von über 5 Jahren

Die Wahl einer Geldanlage anhand dieses Kriteriums ist maßgeblich davon bestimmt, wie schnell das angelegte Geld wieder verfügbar sein muss. Stehen zum Beispiel dringend nötige Reparaturen an, so lassen sich diese meist nicht verschieben, bis das Termingeld ein halbes Jahr später ausgezahlt wird. In diesem Fall müssten Sie sich das Geld anderweitig beschaffen, was häufig die Rendite Ihrer Geldanlage wieder auffrisst.

Ein weiteres Kriterium zur Einteilung von Anlageformen ist die so genannte Sicherheit. Auch wenn es keine einhundertprozentig sichere Geldanlage gibt (nicht einmal der Sparstrumpf ist vor dem Verlust geschützt), steht bei vielen Anlegern die Sicherheit einer Geldanlage im Vordergrund[3]. Beachten Sie dabei immer, dass eine höhere Sicherheit einer Kapitalanlagehäufig auch mit einer geringeren Rendite verbunden ist. In aller Regel spricht man bei Kapitalanlagen von fünf Risikoklassen:

  • Sicherheitsorientiert: Die Verlustwahrscheinlichkeit ist extrem gering.
  • Konservativ: Die Verlustwahrscheinlichkeit ist sehr gering.
  • Renditeorientiert: Verlustwahrscheinlichkeit und Rendite halten sich die Waage.
  • Spekulativ: Höhere Rendite durch ein höheres Ausfallrisiko.
  • Hochspekulativ: Das Ausfallrisiko ist sehr hoch.

Wichtig für einen dauerhaften Vermögensaufbau und die Sicherung Ihres Vermögens ist dabei, dass Sie die verschiedenen Kapitalanlagen nutzen und sowohl Risiko als auch Rendite streuen, da dies auf Dauer gesehen verspricht, die beste Geldanlage zu sein[4],[5].

In diesem Artikel wollen wir Ihnen jedoch auch eine weitere Art der Klassifizierung von Kapitalanlagen näherbringen: Die kollektiven und nicht kollektiven Kapitalanlagen.

Kollektive Kapital- und Geldanlagen

Kollektive Geldanlagen sind Kapitalanlagen, bei denen das investierte Gesamtkapital von vielen unterschiedlichen Anlegern aufgebracht wird. Die Anleger halten dadurch einen gewissen Anteil an diesem Gesamtkapital und damit erhalten sie auch einen entsprechenden Anteil an dem durch die Investition des Gesamtkapitals erwirtschafteten Gewinn. Gemein ist diesen Geldanlagen, dass der Einzelanleger selbst keinen Einfluss darauf hat, wie das Gesamtkapital genau angelegt wird. Zu dieser Klasse der Kapitalanlagen gehören zum Beispiel:

  • Rentenfonds
  • Aktienfonds
  • Hedgefonds
  • Private-Equity-Fonds

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Kollektive Geldanlagen

Geld lässt sich auf viele verschiedene Arten anlegen. Jedoch hat die langanhaltende Niedrigzinsperiode dazu geführt, dass sich eine ganze Reihe an Geldanlagen nur noch begrenzt lohnen, weil sie eine zu geringe Rendite bieten[6]. Die meisten Anleger im deutschsprachigen Raum haben beim Stichwort Kapitalanlagen vor allem so genannte „sichere Geldanlagen“ im Kopf, weil Sie ein möglichst geringes, am besten natürlich gar kein, Risiko eingehen wollen. Viele Analysen zeigen jedoch, dass Sie dadurch nicht nur Gefahr laufen, nicht das Optimum aus Ihrer Geldanlage herauszuholen, sondern dass Sie oftmals sogar über Jahre Geld verlieren[7]. In diesem Artikel wollen wir Ihnen die so genannten kollektiven Geldanlagen, die sich einer besonders großen Beliebtheit erfreuen, erklären und deren Probleme aufzeigen.

Zu den kollektiven Geldanlagen gehören alle Kapitalanlagen, bei denen mehrere Anleger gemeinsam Geld aufbringen, welches dann zu einem Gesamtkapital zusammengefasst wird. Der einzelne Anleger stellt also einen gewissen Anteil des Gesamtkapitals, wodurch er einen Anspruch auf den korrespondierenden Gewinnanteil erhält. Die eigentlichen Entscheidungen über die Kapitalanlage von Teilen des Gesamtkapitals werden jedoch nicht von den Anlegern selbst, sondern von einer dritten Person, z. B. dem Fondmanager, getroffen. Klassische Beispiele für kollektive Geldanlagen sind alle Arten von Fonds, wie Renten-, Immobilien- oder auch Aktienfonds. Im Gegensatz dazu stehen die so genannten nicht-kollektiven Geldanlagen, bei welchen die Anleger selbst die Investitionsentscheidungen treffen. Dazu gehören zum Beispiel alle direkten Geldanlagen mit Investitionen in Rohstoffe (Gold, Silber, Kupfer, Kaffee, etc.), Aktien, Einzelfirmen, Immobilienkäufe, Eigenheime, usw.

In diesem Artikel wollen wir Ihnen verschiedene Beispiele dieser kollektiven Geldanlagen vorstellen und Ihnen aufzeigen, warum diese häufig keine optimale Kapitalanlage darstellen.

Rentenfonds

Gleich nach den Sparbüchern, die inzwischen oftmals nur noch nicht verzinst angeboten werden, folgen auf der Beliebtheitsskala der Geldanlagen im deutschsprachigen Raum die Rentenfonds. Auch sie bieten Ihnen eine hohe Sicherheit, aber auch sehr niedrige Renditen, da die zugrundeliegenden Kapitalanlagen ebenfalls nur wenig Rendite abwerfen. In den einschlägigen Print-, Online- und Fernsehmedien werden Rentenfonds immer wieder als die ideale Geldanlage für Privatanleger, die sich möglichst wenig selbst um ihr Geld kümmern wollen, beschrieben. Leider werden diese Kapitalanlagen in aller Regel von provisionsabhängigen Bank-/Vermögensberatern oder Versicherungsvermittlern verkauft. Dadurch hat der Anleger zwar den Vorteil selbst nichts für die Beratung zahlen zu müssen, kann sich jedoch auch nicht sicher sein, ob ihm die beste Geldanlage oder das Produkt mit der höchsten Provision verkauft wird.

Bei einem Rentenfond zahlt der einzelne Anleger einen Geldbetrag, um sich damit am Gesamtkapital des Fonds zu beteiligen. Der Fondmanager entscheidet dann, wie genau dieses Gesamtkapital investiert wird. Dabei trifft er in aller Regel alle Investitionsentscheidungen aktiv, das heißt er erhofft sich, mit dieser Investition einen überdurchschnittlichen Gewinn zu erzielen und damit den Markt langfristig „zu schlagen“ (LINK Aktive Investoren). Der Nachteil ist jedoch, dass die den Rentenfonds zugrundeliegenden Kapitalanlagen nur eine geringe Eigenrendite oder ROI (englisch return on investment) haben und es damit sehr schwer ist, überdurchschnittliche Gewinne zu erwirtschaften. Betrachtet man nun die Entwicklung von Rentenfonds in den vergangenen Jahrzehnten so wird schnell klar, dass diese durchschnittlich nur eine sehr geringe Rendite erwirtschaften konnten[8],[9]. Die Beurteilung der Gesamtperformance ist zwar sehr schwer, weil viele der Fondsmanager einzelne Rentenfonds nur relativ kurz betreuen, aber das allgemeine Bild ist dennoch erschreckend klar. Der Gewinn, den der gesamte Markt im Vergleichszeitraum erwirtschaften konnte, fiel in einem Großteil der Fälle deutlich höher aus[10],[11]. Betrachtet man nun den kleinen Anteil der Rentenfonds, die eine höhere Rendite als der Markt eingebracht haben und stellt die Frage, ob man dies für deren zukünftige Entwicklung verallgemeinern kann, so zeigt sich ein ähnlich schlechtes Bild: Fast kein Rentenfond, der in einem Zeitraum eine höhere Rendite als der Durchschnitt erzielen konnte, schafft dies in einem zweiten, gleich langen Zeitraum. Im Durchschnitt lag die Rendite der Fonds um 0,5 bis 1 Prozent unter der der mittelfristigen Staatsanleihen[5].

Das Schaubild zeigt den Anteil an Staatsanleihen mit negativer Rendite am März 2015, durchschnittlich haben bereits ca. 60% aller weltweiten Staatsanleihen eine negative Rendite (gewichtet nach Wert). Die zukünftige Wertentwicklung von Staatsanleihen ist abzuschätzen, denn der Wert einer Staatsanleihe hängt mit den Ausgabezinsen neuer Staatsanleihen zusammen. Dazu folgendes Beispiel: Sie besitzen eine Staatsanleihe mit dem Wert von 100 000 CHF und einer Verzinsung von 5%. Neu ausgegebene Staatsanleihen der gleichen Klasse haben aktuell einen Zinssatz von 0,5%. Der Zinswert Ihrer alten Staatsanleihe mit 5% ist zehnmal so hoch wie der Wert der vergleichbaren Staatsanleihe mit 0,5%. Der theoretische Zinswert der alten Staatsanleihe ist 1 Mio. CHF und falls Sie die Staatsanleihe verkaufen bekommen Sie deutlich über 100 000 CHF am Markt.

Genau dieser Zusammenhang ist der Grund, warum die Renten- und Anleihen Fonds bisher keine größeren Probleme hatten, denn in Märkten mit fallenden Zinspreisen steigt der Marktwert der oft langfristig laufenden Staatsanleihen.

In Zeiten steigender Zinsen wird sich dieser Effekt genau umkehren und der Bestand der niedrig verzinsten Staatsanleihen Bestände in den Renten- und Anleihen Fonds wird im Preis fallen. Es ist zwar möglich, dass die Zinsen auf Staatsanleihen noch über Jahre weiter fallen, die Probleme der Fonds werden allerdings erst bei steigenden Zinsen hervortreten und die derzeit sowieso schon schlechten Renditen noch verschlechtern.

Aktienfonds

Auch Aktienfonds haben die gleichen Grundvoraussetzungen wie Rentenfonds, jedoch investieren sie das Gesamtkapital in Aktien statt in Staatsanleihen. Je nach Art des Fonds sind die Typen der Aktien, in die investiert wird, unterschiedlich eingeschränkt (so gibt es zum Beispiel reine Asien-Aktienfonds, die in ausschließlich asiatische Aktien investieren). So kann der Anleger durch seine Entscheidung für einen bestimmten Aktienfond zwar die Geldanlage zu einem gewissen Teil beeinflussen, jedoch ist auch bei Aktienfonds der Fondmanager der eigentliche „Herr über das Geld“.

Auch für Aktienfonds wurden im letzten Jahrzehnt viele Studien angefertigt, die der Frage nachgingen, wie sich eine Kapitalanlage in einen Aktienfond auszahlt. Wenn man bedenkt, dass gerade diese Geldanlage sich im deutschsprachigen Raum einer großen Beliebtheit erfreut, ist es erstaunlich, wie wenig die Ergebnisse der Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit die starke Lobby der abhängigen Finanzberater für Geldanlagen, die von den großzügigen Provisionen der Aktienfonds leben. Das führt dazu, dass diese Kapitalanlagen noch immer häufig und gerne verkauft werden. Auf der anderen Seite gibt es die allgemeine Wahrnehmung der Bevölkerung, dass Aktienfonds durch ihre Streuung ein besonders gutes Verhältnis zwischen Risiko und Rendite bieten und dass man so auch mit kleineren Summen eine vernünftige Diversifikation seiner Geldanlage erreichen kann.

Auch bei Aktienfonds handelt es sich in aller Regel um eine aktiv gesteuerte Geldanlage, die im Blogbeitrag „Aktive Investitionen(LINK)“ genauer erklärt wird. Gegenüber den Rentenfonds haben Aktienfonds, bzw. deren Fondmanager den Vorteil, dass Aktien höhere Schwankungen als Staatsanleihen zeigen und sich so ein eventueller Informationsvorteil schneller positiv auswirken kann. Betrachtet man jedoch die tatsächlichen Renditen einiger Aktienfonds über lange Zeiträume (>5 Jahre), so wird schnell klar, dass die aktive Verwaltung der Kapitalanlage nur einen geringen bis gar keinen Vorteil bietet[3]. Nur ein geringer Anteil der Aktienfonds war in der Lage, den Markt „zu schlagen“, das heißt eine größere Rendite zu erzielen als die durchschnittlich zu erwartende[9]. Die Kosten für ein aktives Management mögen dazu beigetragen haben, neben den offiziellen 1-2% "total expense (LINK https://de.wikipedia.org/wiki/Total_Expense_Ratio)" sind viele Kosten wie Provisionen, Erfolgszahlungen, Ausgabeaufschlag und Handelskosten (in Übereinstimmung mit gesetzlichen Vorgaben) nicht in den Gesamtkosten enthalten.

Auch in diesem Fall haben sich einige Studien damit auseinandergesetzt, ob sich eine überdurchschnittliche Rendite auf die Zukunft übertragen lässt. Sie sind also der Frage nachgegangen, ob der Erfolg eines aktiven Fondmanagements in der Vergangenheit sich in der Performance der folgenden Jahre wiederspiegelt. Die genaue Beurteilung solcher Fragen ist natürlich schwierig, da die Fondmanager die Fonds nur extrem selten über lange Zeiträume betreuen. Von den Fonds, die im ersten Jahr noch überdurchschnittliche Rendite erzielten (die besten 25%), war im Folgejahr nur noch die Hälfte überdurchschnittlich. Nach zwei Jahren waren es nicht einmal mehr 2% und nach vier Jahren war keiner dieser Top-Fonds mehr im oberen Viertel der Renditen zu finden[12]. Dies zeigt eindrucksvoll, wie ineffektiv die aktive Verwaltung durch die Fondsmanager zu sein scheint.

Hedgefonds

Seit Beginn des Jahres 2004 stehen Privatanlegern auch so genannte Hedgefonds (Dach-Hedgefonds und per Zertifikat auch Einzel-Hedgefonds) als Geldanlage offen[13]. Bei Dach-Hedgefonds handelt es sich um einen Fond, der in verschiedene einzelne Hedgefonds investiert, um das hohe Risiko, dass den meisten Hedgefonds innewohnt, zu reduzieren. Die meisten Einzel-Hedgefonds können nur von sehr vermögenden Privatanlegern genutzt werden, da viele eine Mindestanlagesumme im Bereich von einer Viertelmillion CHF oder mehr haben. Auch die Gebühren, die anfallen, sind deutlich höher als bei klassischen Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds. In der Regel unterliegen diese Kapitalanlagen nicht den strengen nationalen Richtlinien und werden nicht offen an Privatanleger vertrieben. Damit können diese Geldanlagen alle Investitionsarten nutzen und auch Leerverkäufe durchführen. Meist konzentrieren Hedgefonds zudem ihr Gesamtkapital auf eng begrenzte Bereiche, wodurch keine oder nur eine geringe Diversifikation gegeben ist und ein hohes Klumpenrisiko besteht[14].

Auch wenn die Hedgefonds gerne damit beworben werden, dass sie durch ihr höheres Risiko auch eine Geldanlage mit höherer Rendite darstellen, zeigen die Zahlen der etwa 10.000 Hedgefonds weltweit, dass sie häufig eine geringere Rendite erzielen konnten als vergleichbare, klassische Aktienfonds oder gar Staatsanleihen[15]. Berechnet man zudem die hohen Gebühren ein, so haben viele Anleger bei einer Geldanlage in Hedgefonds unterm Strich sogar einen deutlichen Verlust erlitten. Ein weiterer Nachteil ist, dass die meisten Hedgefonds mit so genannten Lock-in-Perioden arbeiten, in denen der Anleger sein Kapital nicht oder nur mit erheblichen Verlusten abziehen kann. Dadurch sind die Anleger in aller Regel weniger liquide als bei anderen Kapitalanlagen[14].

Private-Equity-Fonds (Leverage Buy-Outs, LBOs)

Unter dem Namen „Private-Equity-Fonds“ werden in der Regel verschiedene Geldanlagen zusammengefasst. Da von diesen aber ausschließlich die LBOs tatsächlich für Privatanleger interessant sind, soll nur diese Form der Unternehmensbeteiligung in diesem Artikel diskutiert werden. Auch LBOs werden, wie Hedgefonds, als renditestärkste kollektive Geldanlagen dargestellt, die vor allem langfristig hohe Renditen versprechen. Privatanleger haben dabei die Möglichkeit Kapital über geschlossene Fonds, ETF-Fonds und entsprechende Zertifikate anzulegen. Ziel dieser Art der Kapitalanlage ist es, bei Unternehmen, die nicht börsennotiert sind, einen langfristigen Gewinn durch die bessere Bewertung der gekauften Beteiligungen zu erzielen. Häufig ist mit der Realisierung der entsprechenden Gewinne auch eine Zerschlagung des Unternehmens verbunden[16],[17].

Die durchschnittlich erzielten Renditen nach Abzug der direkten und indirekten (z. B. durch Liquiditätsverlust) entstandenen Kosten fallen zumeist niedriger aus, als allgemein wahrgenommen. Vergleicht man diese zudem mit den durchschnittlichen Gewinnen des Aktienmarktes (öffentliche Unternehmensbeteiligungen), dann erkennt man schnell, dass Private-Equitiy-Kapitalanlagen in der Regel deutlich geringere Gewinne erzielen (z.B. 4,7% im Vergleich zu 5,3% bei einer Laufzeit von 17 Jahren, bzw. -6,4% im Vergleich zu 2,4% bei einer Laufzeit von 5 Jahren)[18].

Fazit zu Kollektiven Geldanlagen

Kollektive Geldanlagen sammeln Geld von verschiedenen Anlegern ein und investieren dieses dann in großem Stil mehr oder weniger diversifiziert in verschiedene Vermögenswerte. Sie erfreuen sich im deutschsprachigen Raum einer großen Beliebtheit und werden meist von provisionsorientierten Bank- und Vermögensberatern verkauft. Ein Großteil der kollektiven Geldanlagen wird aktiv verwaltet und erzielt langfristig gesehen meist einen deutlich geringeren Gewinn als der Gesamtmarkt. Die meisten Fondmanager sind zu kurz im Amt, als das man statistisch belegbare Zahlen über ihre generelle Performance erhalten könnte. Die oftmals beworbenen Renditen begründen sich auf historischen Zahlen und lassen in der Regel keinen Schluss auf zukünftige Renditen zu[7]. Auch viel diskutierte kollektive Geldanlagen mit höherem Risiko, wie Hedgefonds oder Private-Equity-Geldanlagen schaffen es nicht, den Markt „zu schlagen“[15],[18]. Wissenschaftlich begründete, passive Kapitalanlagen lassen höhere zukünftige Renditen erwarten.

Nicht-kollektive Kapital- und Geldanlagen

Zu den nicht-kollektiven Geldanlagen gehören alle Kapitalanlagen, bei dem der Anleger selbst und eigenverantwortlich über die Investition seines Kapitals bestimmt. Diese Anlagen werden im Allgemeinen mit einem höheren Risiko und einem erheblich höheren Aufwand in Verbindung gebracht. Dennoch werden mit Hilfe dieser Kapitalanlagen in der Regel höhere Gewinne erwirtschaftet, auch wenn dies mit einem etwas erhöhten Risiko einhergehen kann. Diesem Risiko sollte deshalb mit einer breiten Diversifikation begegnet werden.

Die nicht kollektive Form der Kapitalanlage kann auch über Berater sinnvoll sein, die den Kunden bei der Anlageentscheidung helfen. in Deutschland ist die Form der nicht-kollektiven Kapitalanlage über Coaches oder Honorarberater eher unüblich. Das mag damit zusammenhängen, dass in Deutschland jährliche Regulierungskosten von hunderttausend CHF und mehr mit einer BaFin Registrierung als Finanzportfolioverwalter verbunden sind und Honorarvermögensberater aufgrund der nicht vorhandenen Erlaubnis die Geschäfte im Kundennamen umsetzen zu können nicht ernst genommen werden bzw. deren Dienst nicht ausreichend honoriert werden.Studien zeigen auch, dass die Kunden eines Honorarberaters sich zwar oftmals die Empfehlungen wohlwollend anhören, aber dann wenn es zur Umsetzung geht sich nicht diszipliniert genug an die Planung halten. in Deutschland ist die Mindestkapitalhöhe bei vielen Finanzportfolioverwaltern, die auch die Anlagestrategie auf dem Kundenkonto umsetzen können, oftmals 500 000 CHF oder mehr. Dadurch sind viele Deutsche Anleger gezwungen die Anlagestrategien, die von guten Honorarberatern entworfen wurden, selbst auf den jeweiligen Konten zu handeln. Anlagemodelle, die von den Anlegern selber gehandelt werden unterschreiten die Performance der professionell verwalteten Vermögen um durchschnittlich 2%, weil die Privatanleger sich nicht an die Strategien halten bzw. einen der 11 Fehler begehen (LINK Fehler im Investmentverhalten).

Ganz anders sieht die Situation in der Schweiz aus, wo es üblich ist, dass Vermögensverwalter auch direkt für den Kunden und im Namen des Kunden die entsprechenden Anlagegeschäfte betreiben (also Finanzportfolioverwaltung betreiben).Da dort der Verwalter auch die entsprechenden Handelsaktivitäten direkt selbst durchführt gibt es weniger Abweichungen von der Geldanlagestrategie und damit auch eine höhere Rendite.

Im Gegensatz zu den kollektiven Kapitalanlagen wird Ihr Geld bei Finanzportfolioverwaltung stets auf Ihren eigenen Namen investiert. Der englische Begriff "segregated Accounts" hat sich für dieses Vorgehen eingedeutscht und bedeutet, dass Ihr Kapital von dem Kapital anderer Kunden getrennt auf einem eigenen Konto unter Ihrem Namen geführt wird. Bei kollektiven Kapitalanlagen kann es passieren, dass Ihr investiertes Geld in die Insolvenzmasse fällt, sollte der Herausgeber des Fonds zahlungsunfähig werden. Je nach Vertragsgestaltung des Fonds ist es auch möglich, dass der Fond in weitere eventuell notleidende Fonds investiert oder andere Dinge mit Ihrem Anlagekapital unternimmt, die Sie nicht unmittelbar erfahren. Bei nicht-kollektiven Geldanlagen besteht dieses Risiko im Allgemeinen nicht. Auf dem segregated Account auf Ihrem Name können Sie alle Werte genau erkennen, die in Ihren Account eingebucht sind. In diese Klasse der nicht kollektiven Kapitalanlagen sind etwa folgende Investments einzuordnen:

  • Eigenheime
  • Immobilien
  • Eigenverantwortliche Kapitalmarktanlagen (Aktien außerhalb von Fonds)

Die Kapitalanlage in Immobilien, egal ob es sich um eine Eigentumswohnung oder die beliebte Investition in Pflegeimmobilien als Kapitalanlage handelt, ist als eine Art Sonderfall zu sehen. Die Investition in Haus oder Mehrfamilienhaus ist oft auch durch emotionale Faktoren geprägt. Die Nettorendite für Privatinvestoren liegt oft nur zwischen 1,5 und 2% (LINK), die Risiken werden aber weitgehend ausgeblendet. Eine Investition in eine Immobilie (egal ob Wohnung zum Vermieten oder Mehrfamilienhaus) ist eine sehr gebündelte Investition. Teilweise reicht es schon aus, wenn ein großer Arbeitgeber in der Stadt oder Umgebung wegfällt oder umzieht. Dazu kommen spezielle Risiken der Immobilie wie unvorhersehbare Schäden wie Starkregen oder Wasserschäden durch höhere Gewalt, die teilweise nicht durch Versicherungen abgedeckt werden können.

Oftmals haben sich Immobilieninvestoren aber emotional so sehr auf die Immobilieninvestition festgelegt, das allein eine objektive Diskussion über die Anlageentscheidung als beleidigend empfunden wird.

Fazit und Zusammenfassung

In diesem Artikel haben wir Ihnen die verschiedenen Kriterien zur Einteilung von Geld- und Kapitalanlagen näher gebracht. In den folgenden Artikeln werden wir auf spezielle Formen der Geldanlagen eingehen und deren Vor- und Nachteile genauer beschreiben. Dadurch sind Sie bestens gerüstet, um Ihre eigenen, fundierten Entscheidungen bezüglich Ihres Kapitals zu treffen.

  1. http://www.focus.de/finanzen/banken/nullzinsen-bei-der-ezb-diese-geldanlage-lohnt-sich-trotzdem-noch_id_5350827.html
  2. http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/versicherung/altersvorsorge-die-wichtigsten-aenderungen/7176520-2.html
  3. [3.1],[3.2]http://www.sueddeutsche.de/karriere/generation-d-was-existenzgruender-erfolgreich-macht-1.1407481-2
  4. Peter Albrecht, Raimond Maurer: Investment- und Risikomanagement. Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7910-2827-9
  5. [5.1],[5.2]Meir Statman: How Many Stocks Make a Diversified Portfolio?. In: The Journal of Financial and Quantitative Analysis, Band 22, Nr. 3, 1987, S. 353–363, doi:10.2307/2330969
  6. http://www.focus.de/finanzen/banken/nullzinsen-bei-der-ezb-diese-geldanlage-lohnt-sich-trotzdem-noch_id_5350827.html
  7. [7.1],[7.2]http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article144753087/Mit-Lebensversicherungen-wird-der-Hausbau-zur-Falle.html
  8. Standard & Poor’s Indices Versus Active Funds Scorecard (SPIVA) 2006/2010
  9. [9.1],[9.2]Christopher Phillips: „Debunking some misconceptions about indexing“, Dezember 2010, Vanguard Research
  10. BVI, Deutscher Fondverband, https://www.bvi.de/statistik/
  11. Gjergji Cici, Scott Gibson: „The Performance of Corporate-Bond Mutual Funds: Evidence Based on Security-Level Holdings“, 2010, AFA 2011 Denver Meeting Papers
  12. Standard & Poor’s: „The S&P Persistence Scorecard (SPIVA): Does Past Performance Really Matter?“, November 2010
  13. Investitionsgesetz (InvG vom 01.01.2004), Kapitel 4: „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken (Hedgefonds)“, Gesetzestext unter: http://www.gesetze-im-internet.de/kagb/
  14. [14.1],[14.2]Dieter G. Kaiser: „Hedgefonds, Entmystifizierung einer Anlagekategorie“, 2. Auflage, 2009, ISBN: 978-3-8349-1388-3
  15. [15.1],[15.2]HedgeFonds Research (HFR), Bundesbank, MSCI, Dimensional Fund Advisors
  16. Rico Baumann: „Leveraged Buyouts“, 2011, ISBN: 978-3-8349-6711-4
  17. Vassil Tcherveniachki: „Kapitalgesellschaften und Private Equity Fonds: Unternehmenskauf durch Leveraged Buyout“, 2007, ISBN: 978-3-5031-0351-5
  18. [18.1],[18.2]LPX, Dimensional Fund Advisors, MSCI

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