Anleihen, Obligationen, Schuldverschreibungen, festverzinsliche Wertpapiere – So funktionieren sie

Anleihen sind Wertpapiere mit einem festen Zinssatz. Sie werden daher auch festverzinsliche Wertpapiere, Obligationen, Bonds oder Schuldverschreibungen genannt. Schweizer Staatsanleihen auf CHF Basis heissen Bundesobligationen, Deutsche Staatsanleihen werden als Bundesschatzbriefe bezeichnet.

Wird eine Anleihe gezeichnet, leiht der Anleger einem Unternehmen, einer Bank oder einem Staat eine bestimmte Summe Geld. Diese Summe wird Nominalwert genannt. Gleichzeitig verpflichtet sich der Emittent (das Unternehmen, die Bank oder der Staat) dem Gläubiger jedes Jahr Zinsen zu einem festen Zinssatz (dem Nominalzins) zu zahlen.

Anleihen funktionieren ähnlich wie ein Bankkredit. Es wird eine Laufzeit vereinbart und am Ende dieser Laufzeit muss der Emittent den Nominalwert wieder an den Besitzer der Anleihe zurückzahlen. Damit ist der Kredit abbezahlt und die Anleihe hat das Ende ihres Lebenszyklus erreicht.

Die Laufzeit der Anleihe kann von unter 4 Jahren bis zu 30 Jahren variieren. Dabei ist der Nominalzins in der Regel bei langfristigen Investments höher. Schließlich geht der Anleger damit auch ein höheres Risiko ein und verzichtet längere Zeit auf sein Kapital.

Risiko

Im Gegensatz zu dem Aktienbesitzer ist der Anleihebesitzer kein Miteigentümer des Unternehmens. Er ist ein Gläubiger und das geliehene Geld ist Fremdkapital. Wenn das Unternehmen Insolvenz anmelden muss, werden die Anleihebesitzer noch vor den Aktienbesitzer ausgezahlt.

Macht ein Staat Bankrott, sieht es mit den Staatsanleihen Rendite nicht so gut aus. Der Staat ist dann offiziell zahlungsunfähig und zahlt seine Schulden nicht mehr zurück. Auch ein gewaltsamer Regierungswechsel kann zur Weigerung des neuen Regimes führen, die Schulden des alten Regimes zu bedienen. Manche Länder wie Griechenland sind so überschuldet, dass der Staat eigentlich einen Konkurs erklären müsste. Staatsbankrotte hat es historisch gesehen nur selten gegeben, oftmals haben die nachfolgenden Regierungen die alten Schulden irgendwann doch beglichen.
Besonders Industrienationen gelten aber als politisch und wirtschaftlich stabil. Daher gelten sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen als weniger riskant als Aktien.

Anleihen haben neben dem Emittentenrisiko noch weitere Risikoeinstufungen desselben Emittenten, wie z.B. unterschiedliche Tier 1 Stufen. Nachrangige Additional Tier-1-Anleihen werden erst bedient nachdem andere Anleihen-Schulden zurückgezahlt wurden. Daneben gibt es weitere Kategorien von "Senior Bonds", die zum Beispiel zusätzlich durch Immobilien oder andere Werte besichert sind.
Derzeit (in 2017) dürften wir uns in einer Anleihenblase befinden. Bundesobligationen haben negative Zinsen. Unternehmensanleihen niedriger Qualität (sog. Junk Bonds) zahlen wie die "Scholz-Anleihe" mit 8,5% Zinsen zwar gute Zinsen, aber die Rückzahlungsfähigkeit der Gläubiger ist nicht vollkommen garantier



Kurse und Kursentwicklungen

Mit Aktien haben die Anleihen allerdings gemeinsam, dass sie gehandelt werden und ihr Wert durch Kurse angezeigt wird. Während Aktien in der Regel während eines Aufschwungs steigen, entwickeln sich die Kurse der Anleihen in der Regel in Rezessionen sehr gut.Im Gegensatz zu dem Aktienbesitzer ist der Anleihebesitzer kein Miteigentümer des Unternehmens. Er ist ein Gläubiger und das geliehene Geld ist Fremdkapital. Wenn das Unternehmen Insolvenz anmelden muss, werden die Anleihebesitzer noch vor den Aktienbesitzer ausgezahlt.

Das liegt zum einen daran, dass die Nachfrage nach den als sicherer eingeschätzten Anleihen steigt. Aktien werden von den Anlegern als zu riskant eingeschätzt. Anleihen (vor allem Staatsanleihen) sind in den Augen vieler Anleger ein guter Weg, um durch wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu kommen.

Zum anderen hat das Zinsniveau auch einen Einfluss auf die Anleihen. Sind die Zinsen wie in einer Rezession niedrig, dann wird die Anlage wegen den festen Zinsen noch einmal attraktiv. Wenn das Zinsniveau steigt, dann macht es mehr Sinn das Geld bei der eigenen Bank zu lassen.

Im schlimmsten Fall steigen die Zinsen über den Nominalzins der Anleihe. Der Preis der Anleihe wird dadurch unter den Nominalwert sinken. Denn der Käufer der Anleihe möchte die Differenz in den Zinszahlungen mit der Differenz zwischen Preis und Nominalwert ausgleichen. Schließlich wird der Nominalwert am Ende der Laufzeit wieder ausgezahlt.




Verschiedene Arten von Anleihen

In erster Linie werden Anleihen nach dem Emittenten unterschieden. Wie oben bereits erwähnt, gibt es Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Unter Risiko wurden die Unterschiede bereits im Wesentlichen zusammengefasst.

Ansonsten werden Anleihen noch nach den Zahlungsbedingungen ihres Zinses unterschieden. In diesem Sinne gibt es:
  • Festverzinsliche Anleihen: Diese Anleihen wurden oben beschrieben. Sie zeichnen sich durch einen festen jährlichen Zinssatz aus.
  • Floater: Bei diesen Anleihen werden die Zinsen durch den Marktzins bestimmt. Es werden also nicht jedes Jahr die gleiche Menge an Zinsen gezahlt.
  • Strukturierte Anleihen: Die Zinsen werden durch andere Faktoren als den Marktzins festgelegt. Es gibt zum Beispiel: Nullkupon-Anleihen, Inflations-Anleihen etc.
  • Zero Bonds: Sind Bundesobligationen, die zu einem niedrigeren Preis verkauft werden und keinen Coupon haben, also keine Zinsen ausschütten. Diese Bundesobligationen werden am Laufzeitende zu einem höheren Kurz zurückgekauft. Das nicht ausschütten von Zinsen kann steuerliche Vorteile haben, da dadurch keine Zins Steuern (dividend tax withholding) anfallen

Darüber hinaus können Anleihen auch zu einem Anleihen ETF gebündelt werden. Wer Anleihen kaufen will bezahlt übrigens nicht in Euro, Pfund oder Dollar sondern in Prozent. Damit ist natürlich der Prozentsatz vom Nominalwert gemeint.

Will man deutsche Staatsanleihen kaufen oder Unternehmensanleihen kaufen, kann man das wie bei Aktien bei einem Broker machen. Im Internet gibt es viele Anleihen Finder.

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