Warum Dividenden Sammler meist weniger Rendite erzielen und finanzielle Freiheit mit Dividendenstrategien nicht schneller erreicht wird

Glaubt man den Dividenden Blogs, dann erscheinen Dividenden der einfachste Weg zum wirklich passiven Einkommen. Finanzielle Freiheit mit Dividenden oder ähnliche Slogans werden Mantra-artig wiederholt. Ohne Dividendenstrategie scheint man gemäss mancher Foren kaum noch einen Erfolg erzielen zu können. 

Man kann sein Dividenden Depot auch schön längst mit günstigen und einfach handzuhabenden Dividenden ETF aufbauen. Dividendenaktien haben auch wirklich viele Vorteile und bilden die Grundlage viele Strategien zum Vermögensaufbau. Keine Frage, Dividenden-Portfolios sind beliebt. Viele Anleger bevorzugen diese, da sie sich über den regelmäßigen “Cash-Flow” auf ihrem Konto freuen. Um finanziell Frei zu sein zählt das gesamte passives Einkommen und nicht nur die Dividende, die eine Art "ausgeschütteter" Rendite darstellt. Ein passiver Geldfluss kann zwar durch diese sogenannten "Dividenden Aristokraten" stattfinden, eventuell sind aber andere Investitionen sinnvoller und bringen mehr Rendite.

Diese Anlegergruppe, auch Dividenden Sammler genannt, sieht nur solche Aktien als wünschenswert an, die eine möglichst hohe Dividende ausschütten. Und in Zeiten, wo herkömmliche Geldanlagen wie z.B. Festgeld oder Anleihen kaum noch Zinsen bringen, scheint dies durchaus berechtigt zu sein. Doch wie überall — wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Es wird gerne und viel über Dividenden diskutiert, aber es muss deutlich gesagt werden, dass Dividenden auch gravierende Nachteile haben.

.

Was ist überhaupt eine Dividende?

Dividenden nennt man die Gewinnausschüttung von Aktiengesellschaften. Generell gilt, dass Unternehmen Dividende an ihre Aktionäre zahlen können, die allerdings nicht müssen. Auf der jährlichen Hauptversammlung der Aktionäre wird unter anderem entschieden, ob überhaupt Dividenden ausgeschüttet werden sollen, und wenn ja, wie hoch diese ausfallen werden.

Die Auszahlung der Dividenden erfolgt dann am sogenannten Ex Dividenden Tag, der seit Januar 2017 auf den dritten auf die Hauptversammlung folgende Geschäftstag festgelegt wurde. Wer an diesem Stichtag bis zum Handelsschluss die jeweiligen Aktien sein eigen nennt, erhält die festgelegte Dividende.

Was ist eine Dividendenrendite?

Die Gesamtrendite eines Aktieninvestments (auch Aktienrendite genannt), setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Kursrendite und der Dividendenrendite.

Die bedeutet im Klartext, dass die Dividendenrendite lediglich ein Teil der Gesamtrendite ist und keinesfalls eine Extrazahlung.

Die Dividendenrendite wird folgendermaßen berechnet:

Dividendenrendite = Dividende / Aktienkurs

Lässt man also Steuern und Transaktionskosten beiseite, macht es keinerlei Unterschied, ob eine Aktie im Jahr um 7% steigt und keine Dividende zahlt, oder um 5% im Kurs steigt und man eine Dividendenrendite von 2% dazurechnet.

Wissenschaftliche Vermögensverwaltung für Jeden

Bessere Wege zur Vermögensverwaltung lernen

Bedeutet eine gute Dividendenrendite automatisch, dass es sich um ein gutes Unternehmen handelt?

Mitnichten! Denn eine hohe Ausschüttung kann auch daherkommen, dass der Kurs dieser Aktie im Vorfeld stark gefallen ist. Die ist am einfachsten in folgendem Beispiel zu veranschaulichen:

Das Unternehmen X zahlt in drei aufeinander folgenden Jahren eine Dividende in Höhe von 2 CHF pro Aktie aus.

Allerdings fällt der Kurs der Aktie über die gleiche Zeitspanne hinweg stetig. Daraus ergibt sich eine jährlich steigende Dividendenrendite, bei gleichzeitigem Fall der Aktienrendite:

Jahr 1:

Dividende: 2 CHF

Kurs: 80 CHF

Dividendenrendite: 2,5% (2 CHF/80 CHF)

Jahr 2:

Dividende: 2 CHF

Kurs: 45 CHF

Dividendenrendite: 3,3% (2 CHF/60 CHF)

Kurs Rendite: -25% (-20 CHF/80 CHF)

Aktienrendite: -21,7% (-25% + 3,3%)

Jahr 3:

Dividende: 2 CHF

Kurs: 45 CHF

Dividendenrendite: 4,4% (2 CHF/45 CHF)

Kurs Rendite: -25% (-15 CHF/60 CHF)

Aktienrendite: -20,6% (-25% + 4,4%)

Trotz steigender Dividendenrendite ist der Kauf dieser Aktie alles andere als ein guter Kauf, da Kurs- und Aktienrenditen deutlich fallen.

Oft zahlen Unternehmen auch deswegen so gute Dividenden, um mit diesem Köder Käufer für die fallenden Aktien zu finden.

Es darf auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass mit hohen Dividendenzahlungen nicht immer auch hohe Gewinne einhergehen. Teilweise sind sie einfach nur ein Zeichen dafür, dass die Firmenleitung keine Zukunftsinvestitionen realisiert.

So ist es durchaus bezeichnend, dass viele innovative Internetgiganten wie Alphabet (Google) oder Amazon keine Dividenden auszahlen, weil sie lieber alle Gewinne sofort in das Erschließen neuer Geschäftsfelder investieren. Andere wiederum kaufen mit dem Geld lieber Aktien zurück, was vor allem von grosse institutionelle Investoren lieber gesehen wird. Oft wird dies auch getan, weil das Gehalt der Manager an die Entwicklung des Aktienkurses gebunden ist. Und der profitiert natürlich von Aktienrückkäufen, während die Zahlung einer Dividende zu einem Kursverlust führt.

Manchmal ist auch das Geschäftskonzept an sich einfach wenig zukunftsträchtig. So befanden sich lange Zeit zwei große Energieunternehmen unter den DAX-Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen. Der Kurs der Aktie selbst lag relativ gering, obwohl die Unternehmen Gewinn machten, da die Anleger finanzielle Probleme bereits kommen sahen.

Es ist also völlig davon abzuraten, die Dividendenrendite als alleiniges Auswahlkriterium für den Erwerb von Aktien zu benutzen – es müssen vielmehr weitere Aspekte analysiert werden, um eine brauchbare Dividendenstrategie zu erarbeiten. SAMT AG (Schweizer Vermögensverwalter) bietet mehrere kostenlose Webinare an, in denen gezeigt wird, wie unterbewerterte Aktien (sogenannte Burggrabenunternehmen) gefunden und mittels Fundamentalanalyse bewertet werden können.

Weitere Auswahlkriterien für Dividendenstrategien

Wer für sein Dividenden Depot dennoch auf eine Dividendenstrategie setzen möchte sollte weitere Kriterien berücksichtigen.

Es sollten Aktien bevorzugt werden von Unternehmen, die in den letzten 10 Jahren konstante oder sogar steigende Dividenden vorweisen können. Bei Unternehmen bei denen dies über 25 Jahre der Fall ist, spricht man von Dividenden Aristokraten.

Zudem kann als Kriterium gelten, dass in den letzten 3 Jahren 25-75 % der Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet wurde und die Dividendenrendite in den letzten Jahren bei mindestens 1% gelegen hat.

Wir wollen an dieser Stelle allerdings, wie auch schon zuvor, nochmals deutlich herausstellen, dass es am Ende auf die Gesamtrendite eines Aktieninvestments ankommt und nicht allein auf die Dividendenrendite.

7 Nachteile von Dividendenstrategien

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Nachteile von Dividenden aufgelistet.

  • Dividenden sind, anders als Zinsen, nicht garantiert

    Viele Medien preisen Dividenden als die „neuen Zinsen“. Dies ist allerdings so nicht richtig, denn Zinsen werden vertraglich festgelegt, während Dividenden eine freiwillige Zahlung der entsprechenden Unternehmen sind, die jederzeit gestrichen werden können.

    Es handelt sich bei Dividenden um eine Gewinnbeteiligung für die Aktionäre, und die wird natürlich nur gezahlt, wenn auch tatsächlich Gewinn gemacht wurde.

    So haben viele Unternehmen in der Krise 2008 ihre Dividende deutlich reduziert oder sogar komplett ausgesetzt.

  • Dividenden haben großen Einfluss auf die Aktienkurse

    Wenn ein Unternehmen über viele Jahre hinweg Dividenden zahlt, stabilisiert sich hierdurch der Aktienkurs. Fallen dann aufgrund wirtschaftlicher Probleme die Dividendenzahlungen weg, wird der Kurs dieser Aktie doppelt belastet, da Anleger wegen gesunkener Dividenden dazu neigen, die Aktien abstossen.

    Es darf auch keinesfalls vergessen werden, dass Dividenden keinen zusätzlichen Ertrag darstellen, der auf den Kursgewinn anzurechnen ist. Die ausgeschüttete Dividende vermindert vielmehr den Aktienkurs. Eine Aktie im Wert von 50 CHF, ist nach der Dividendenausschüttung von 3 CHF nur noch 47 CHF wert. Dies nennt man Dividendenabschlag. Diese Korrektur nimmt die Börse zu Handelsbeginn des folgenden Tages vor.

    Man könnte also genauso gut Aktienanteile in derselben Höhe verkaufen, statt mit Dividendenzahlungen zu rechnen, die zu einem Wertverlust der Aktie führen. Der Dividenden-Investor hat mit der Ausschüttung also keinen zusätzlichen Ertrag vereinnahmt. Stattdessen muss er die Ausschüttung sogar versteuern und erleidet einen doppelten Nachteil (siehe Punkt 4).

  • Der Anleger hat keine Kontrolle über Dividenden

    Anleger haben über die Form und Art der Dividende nur wenig Einfluss, da diese in der Hauptversammlung beschlossen wird, wo natürlich die Großaktionäre ihre Interessen durchsetzen werden. Die Entscheidung über Sonderdividenden oder Dividenden in Form von Aktien sowie die absolute Höhe der Dividende sind also in der Praxis nicht beeinflussbar.

    Dies gilt auch für den Zeitpunkt, an dem die Dividenden ausgeschüttet werden oder wie häufig dies geschieht. Diese Aspekte werden von dem Unternehmen entschieden und liegt nicht im Einflussbereich von Kleinaktionären.

    Dies ist besonders dann wichtig, wenn steuerliche Aspekte oder Liquiditätsanforderungen ins Spiel kommen. Wer seine Rechnungen heute bezahlen muss, dem nützt die Dividende in 6 Monaten recht wenig.

  • Dividenden haben wesentliche steuerliche Nachteil

    Bei vielen ausländischen Dividenden wie in den USA, Kanada, Niederlande, Frankreich, Deutschland, Italien und vielen weiteren Ländern fällt zusätzlich die sogenannte Quellensteuer als Steuerrückbehalt an, welche direkt vom jeweiligen Land, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat, eingezogen werden (Schlagwort: Withholding Tax). Die Quellensteuer kann in einigen Ländern bis zu 30 Prozent der Dividende betragen. Um diese 30% zurückzubekommen muss man in dem jeweiligen Land eine Steuererklärung abgeben, wobei selbst dann meist ein Teil der Dividende trotzdem einbehalten wird. Dieser Steuerrückbehalt findet auch innerhalb von thesaurierenden ETF Funds statt und kürzt den gesamten Gewinn des Fonds um den Rückbehalt. Bei gleicher Rendite einer Aktie ist die Variante der Gewinnausschüttung über eine Dividende in dem meisten Ländern schlechter aus einer steuerlichen Sicht. Viele Dividendenaktien wie Apple, Tesla, gsk und Facebook und Indexes wie S&P sind in den USA beheimatet, unter dem Schlagwort "Dividend Tax calculator" findet man nähere Informationen zum US Dividendeneinbehalt.

    Am gravierendsten ist, dass Dividenden-Einnahmen nicht mit Kursverlusten aus Aktien verrechnet werden dürfen. Erhält man z.B. eine Dividende von 2 CHF auf eine Aktie die 20 CHF kostet, so muss man z.B. in Deutschland 0,50 CHF Abgeltungssteuer bezahlen, obwohl die Aktie jetzt nur noch 18 CHF wert ist, also unter dem Strich gar kein Gewinn entstanden ist. Fällt der Aktienkurs sogar zusätzlich, bleibt am Ende sogar ein Verlust, die Dividendenerträge müssen aber dennoch vollständig versteuert werden.

  • Für Schweizer gilt die Besteuerung von Wertschriften und Versicherungen, wobei Zinsen auf Sparkonti und Obligationen sowie Dividendenzahlungen, Bezugsrechte bei Kapitalerhöhungen und Gratisaktien der Einkommenssteuer unterliegen . Diese kann bis zu 30 Prozent - so in den USA der Fall - betragen. Was viele nicht wissen: Dieses Geld ist nicht gänzlich verloren. Zum einen kann ein Bruchteil des Betrags - in der Regel 15 Prozent der Dividende - der hiesigen Einkommenssteuer abgezogen werden, in dem man bei der Steuererklärung das Formular "DA-1" ausfüllt. 

  •  In England und Australien fallen keine Quellensteuern an und wenn Dividendenaktien dort erworben werden wird kein Abschlag einbehalten.

  • Für Dividenden muss in Deutschland generell die Abgeltungssteuer gezahlt werden. Hinzu kommt außerdem noch der Solidaritätszuschlag. Es gibt zwar einen Freibetrag auf Kapitalerträge, der die Steuerlast für kleine Anleger ein bisschen reduziert, und zudem können Aktionäre auch über die sogenannte „Günstigerprüfung“ ihre Kapitaleinkünfte nach dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern, sofern dieser unter 25 Prozent liegt, es bleibt aber dennoch ein beträchtlicher Satz an Steuern zu bezahlen.

  • Dividenden reduzieren die Gewinnchancen

    Wer seinen Fokus einzig auf Dividenden legt und Aktien links liegen lässt, die keine Dividenden zahlen, reduziert seine Auswahl an Anlagemöglichkeiten extrem.

    Besonders bei strengen Kriterien wie der Stabilität der Ausschüttung (z. B. niemals eine Dividendenkürzung), dem historischen Wachstum der Dividende (regelmäßig steigende Dividenden) oder Dauer der Ausschüttung (teilweise über 100 Jahre) schränkt sich das Anlagespektrum empfindlich ein.

    Wer diese Kriterien als Filter verwendet, verpasst dann Chancen wie zum Beispiel Microsoft, Apple oder Google. Auch andere starke Unternehmen wie die Gesellschaft von Warren Buffett — Berkshire Hathaway — oder Gilead Sciences zahlten in der Phase größten Wachstums keine Dividenden. Anleger verzichteten in solchen Fällen für eine Ausschüttung von 2-3 Prozent auf Kursgewinne von 20 bis 30 Prozent pro Jahr.

  • Zu geringe Risikostreuung/Diversifikation

    Anleger, die eine Dividendenstrategie verfolgen, betreiben in der Regel sogenanntes “Stock Picking”. Das Heraussuchen von einzelnen Aktien nach einem einzigen Suchkriterium beeinträchtigt negativ die wichtige Risikostreuung (Diversifikation). Und damit kommt es automatisch zu einem höheren Wertschwankungen Risiko (Volatilität).

    Und das ohne das Kompensieren durch eine entsprechende Risikoprämie!

  • Ausschluss der sogenannten Small Caps

    Dividenden Sammler vernachlässigen einen Teil des Aktienmarktes, der den Gesamtmarkt um durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr übertroffen hat – die sogenannten Small Caps.

    Hiermit sind kleine Unternehmen mit einem Börsenwert unter zwei Milliarden US-Dollar gemeint. Und diese schütten in aller Regel keine Dividenden aus.

    Das Auslassen von Small Caps als Anlageklasse führt somit automatisch zum Verzicht auf eine Rendite Optimierung des Gesamtportfolios.

Können Dividendenstrategien dennoch funktionell sein?

Die Antwort lautet „ja“, es gibt eine finanzielle Freiheit Dividende, aber nicht aus den von den Dividenden Sammlern angenommenen Gründen.

Viele Dividenden Aristokraten Europa oder Weltweit besitzen Eigenschaften, die einen langfristigen Anlageerfolg möglich machen:

  • Typischerweise sind sie disziplinierte Sparer.
  • Sie kaufen Aktien, um diese längerfristig zu halten “buy-and-hold”.
  • Ihr Depot beinhaltet einen hohen Anteil an Aktien.

Dividendenstrategie mit ETF Dividend

All die Anleger, die eine Top Dividende erzielen möchten, aber keine Dividendenstrategie mit einzelnen Aktien umsetzen möchten, können selbstverständlich auf Fondslösungen wie den "DWS Top Dividende" oder "DEKA Dividenden Strategie" zurückgreifen.

Hierbei raten wir eher zu Indexfonds (ETFs), da diese die aktiv gemanagten Produkte in Sachen Performance deutlich schlagen.

Wichtig ist allerdings, dass man auch bei Dividenden ETF eine genaue Prüfung vornimmt, insbesondere in Bezug auf Anzahl der Einzeltitel, um eine vernünftige Risikostreuung zu gewährleisten.

Zudem können aufgrund von Dividenden Streichungen Anpassungen häufiger durchgeführt werden. Dies ist z.B. allein in 2015 drei Mal vorgekommen. Im März 2015 wurde beispielsweise die Linde-Aktie kurz bevor sie ihren Sturzflug begann mit aufgenommen und im September 2015 wieder rausgeworfen. In dieser Zeit legte die Aktie eine Performance von -23,4% hin.1

Bei einem Investment in Dividendenaktien der ganzen Welt ist logischerweise das höchste Maß an Risikostreuung gegeben. Leider gibt es weltweit kaum eine Auswahl an Dividenden ETF.

Mithilfe der auf der Website justetf.com zur Verfügung stehenden Suchmaschine konnten lediglich 6 ETFs für 5 Dividenden-Indizes gefunden werden (Stand: März 2017), von denen lediglich 4 ETF als geeignet befunden wurden.

Der Finanzdienstleister Morningstar veröffentlichte 2015 eine Analyse die zeigte, dass in den letzten drei Jahren die Dividenden-ETFs über alle Kategorien im Durchschnitt hinter den nach Marktkapitalisierung gewichteten Indizes zurückgeblieben sind.

DBesonders auffällig sind die grossen Unterschiede der Ergebnisse. Einige Dividenden Produkte schnitten außerordentlich gut ab, während andere extrem schlecht waren.

Das Ergebnis zeigt, dass am Ende jede Auswahl von Aktien unter bestimmten Gesichtspunkten zu einem Portfolio führt, der in manchen Jahren besser und in manchen schlechter abschneidet als der entsprechende Vergleichsindex. Dass Dividenden-ETF vergleichbare “Standard”-Indizes auf lange Sicht übertreffen was die Performance angeht, ist jedoch höchst unwahrscheinlich.

Ein weiterer Nachteil ist, dass ETFs auf absehbare Unternehmenskrisen träge reagieren, da kein Manager da ist, der die Aktie vorsorglich aus dem Fond rausnimmt. Dividenden-ETFs investieren so lange in eine Dividendenaktie bis sie keine mehr ist.

Fazit in Sachen Dividendenrendite

Dividenden sind besonders durch ihre Einfachheit beliebt. Jeder kann sie verstehen und einfach nachvollziehen. Sie haben sicherlich auch viele Vorteile, die man ihnen auch nicht absprechen sollte. Wer also Dividenden zur Finanzierung des täglichen Lebens verwenden will, kann sich damit einen stabilen, passiven Einkommensstrom aufbauen.

Auch wenn der nette und regelmäßige Cash-Flows auf den Kontoauszügen beim DividendenBlog Leser für Freude sorgen kann, und die Suche nach aussichtsreichen Dividendentiteln Spass und Spannung verspricht, stellt beides im Endeffekt lediglich ein gutes Gefühl dar, das der Realität nicht standhält.

Dividenden besitzen einen nützlichen psychologischen Effekt, da sie regelmässige „Leckerlis“ für langfristige Strategien darstellen. Man sollte sich allerdings auf keinem Fall von diesem kurzfristigen positiven Erlebnis über die objektiven Nachteile täuschen lassen.

Mit einer Dividendenstrategie den Markt schlagen zu können, ist ziemlich unwahrscheinlich und wenn überhaupt nur dann möglich, wenn man als Dividenden Sammler ein erhöhtes Anlagerisiko in Kauf nimmt. Nur allzu oft zahlt sich der "Dividend Hunter" die ausgeschüttete Dividende im Endeffekt rechnerisch aus eigener Tasche.

Will man sich dennoch nicht vom Weg abbringen lassen, so ist die erfolgreichste Wahl, um bei möglichst niedrigem Risiko eine attraktive Gesamtrendite zu erhalten, ein weltweit diversifiziertes, passiv gemanagtes ETF-Portfolio.

Eine vielleicht bessere Alternative als Dividendenstrategien kann das Investment in unterbewertete Aktien über Fundamentalanalyse sein.



Autor Barbara De Maizière (Vevey, Schweiz)

Wir haben im unterem Teil dieser Seite übliche Fragen und verbundene Artikel zusammengestellt. Die Artikel sind zusammenhängend und Sie sollten unbedingt noch die Artikel unter dem FAQ Fragenteil lesen. 



   FAQ (Häufige Fragen)

Bei einer ETF Dividenden Strategie investiert man in ETF mit einer Ausrichtung auf Dividenden Aktien wie z.B. den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF mit der WKN: A1T8FV; der als ETF deutlich günstiger als der normale Deka Dividendenstrategie cf (WKN DK2CDS / ISIN DE000DK2CDS0) mit der Deka Dividendenstrategie ist.

Dividenden ETF mit ausländischen Dividendenzahlungen erheben Steuerrückbehalt in dem jeweiligen Land. Bei US Dividendenzahlungen behält die USA 30% der Dividende von ausländischen Anleger ein (Schlagwort us withholding tax on dividends). Dies geschieht auch bei thesaurierenden ETF.

Dividenden werden normalerweise regelmäßig pro Quartal oder Jahr gezahlt und können ein passives Einkommen darstellen. Man kann von Dividenden gut leben, wenn man genug Aktien besitzt.

Ein Dividenden Depot ist ein Konto (Depot) mit Dividendenaktien oder Dividenden ETF.

Finanzielle Freiheit erlangt man, indem man ein passives Einkommen erschafft. Dieses passive Einkommen beruht normalerweise auf Sachwerten oder Investitionen, die einen Ertrag abwerfen. Dazu gehören Aktien, Immobilien und andere Erträge aus Investitionen.

Ein Dividenden Sammler kauft und hält Aktien nur über den Zeitpunkt der Dividendenzahlung von vor der Hauptversammlung bis zum Ex-Dividend Tag und verkauft danach wieder. Dividendentermine DAX oder SMI Übersichten helfen die genauen Zeitpunkte zu bestimmen.

Ein Dividenden Blog ist ein Blog, der hauptsächlich zum Thema Dividendenaktien berichtet. Oft mit konkreten Empfehlungen zu speziellen Dividenden oder Liste zu dividendenstarken Aktien.

Passiver Geldfluss und finanzielle Freiheit sind das Ziel vieler Investoren. Kaufen Sie unterbewertete Aktien nach Fundamentalanalyse und Substanzwerte mit Wachstumspotential. Eine rein auf Dividenden ausgerichtete Strategie macht keinen Sinn (denken Sie an Energieversorger, die als sichere Dividendenzahler als geeignet für passive Einkommen gelten und teilweise starke Kurseinbrüche hinnehmen mussten).

Der Kauf von Dividenden ETF in das Depot. Überdenken Sie diese Strategie, oft machen Einzelaktien in Ländern, in denen Sie den Steuerrückbehalt für Dividenden zurückbekommen mehr Sinn. Investieren Sie in gute Unternehmen mit Wachstumspotential und nicht in (vergängliche) Dividendenzahlungen.

Exchange Traded Funds mit dem Schwerpunkt auf Dividenden Aktien. Normalerweise halten diese ETF nur wenige Positionen, die im Anlageprospekt veröffentlicht sind und es lohnt sich selbst die Positionen als Einzelaktien ins Depot zu kaufen.

Man sollte bei seiner Dividenden Strategie auf ein Land fokussieren, in dem man dann eine Steuererklärung macht um die zurückbehaltenen Dividenden zurückzubekommen. Eine Steuererklärung in den USA kostet zwischen 1000 und 1500 CHF, Euro oder US $ und lohnt nur für Jahre, in denen man deutlich mehr Dividende in das Depot bekommen hat.

Synthetische ETF sichern sich Aktien über Derivatgeschäfte, besitzen die Aktien allerdings nicht. Oft werden die Zinsen nicht oder nicht voll an den Eigentümer der Derivate erstattet, deswegen sind synthetische ETF nicht zur Dividendenstrategie geeignet.

Auch bei ETFs findet ein Steuerrückbehalt der Dividende statt, meist ist eine Rückerstattung der im Dividenden ETF angefallenen Dividende bei einer ausländischen Steuererklärung nicht oder nur schwer möglich.

Auch bei thesaurierenden ETF wird ein Steuerrückbehalt eingehalten. Der Anleger bekommt einen niedrigeren Kurs ausgewiesen und hat einfach weniger Geld im Dividenden Depot.

Aktien mit hoher Dividende sind normalerweise etablierte Firmen mit wenig Fantasie oder Perspektive für die Zukunft. Investoren sollten Geld in Substanzwerte investieren, die Dividende spielt dabei keine Rolle. Ein passives Einkommen kann genauso über den Verkauf von Aktien erzielt werden.

Alle kollektiven Kapitalanlagen haben ein Emittentenrisiko durch das Zusammenlegen der Geldanlagen der Investoren. Sie können eine bessere Dividende als die ETF Dividende und geringeres Risiko erzielen, indem Sie die einzelnen Aktien selbst kaufen und in einem separierten Depot (segregated Account, kein Pool) halten.

Wenn Sie nicht-UCIT konforme ETF kaufen bekommen Sie ungeahnte Probleme. Kaufen Sie keine non-UCIT ETF und fragen Sie einen spezialisierten Steuerberater über nicht steuerkonforme kollektive Anlagen und damit verbundene Risiken und mögliche Strafsteuern.

Kaufen Sie nur Dividenden Aktien für Ihr Depot in Ländern, in denen Sie bereits jedes Jahr eine Steuererklärung machen. Über die Steuererklärung bekommen Sie im Rahmen von Doppelbesteuerungsabkommen einen massgeblichen Teil der einbehaltenen Dividende zurück.



We have picked some articles for you to read

11 Fehler, die man unbedingt bei Investitionen und Geld anlegen vermeiden sollte

Banken und große Finanzinvestoren nutzen seit jeher die Finanzmärkte, um sich Kapital zu verschaffen oder das eigene.. Lesen Sie mehr dazu.

Warum Aktienfonds Geld-immer aktiv investieren

Seit Bestehen der internationalen Börsen versuchen die Kapitalanleger Renditen zu erwirtschaften, indem sie in einzelne Aktien,.. Lesen Sie mehr dazu.

Wie Sie vermeiden durch Markt-Timing Geld zu verlieren

Eines der häufigsten Fehler, die jeder Investor einmal in seinem/ihrem Leben macht, ist durch Markt-Timing.. Lesen Sie mehr dazu.

Übersicht über Kapitalanlagen wie Immobilien

Noch unsere Großeltern sparten Ihr Geld in erster Linie im sprichwörtlichen Sparstrumpf und etwas später vielleicht noch auf einem Sparbuch an... Lesen Sie mehr dazu.

Wie Sie am besten in Anlagefonds investieren

Investmentfonds sind kollektive oder zusammenwirkende Investmentinstrumente, bei denen das gesamte Vermögen aller Einzelinvestoren .. Lesen Sie mehr dazu.

11 Tricks um mit der richtigen Einstellung mehr Geld an der Börse zu verdienen

Um an der Börse Geld zu verdienen braucht man die richtige Einstellung. Oft spielt die Psyche dem Börsenanleger ein Schnippchen und Aufgrund von.. Lesen Sie mehr dazu.

Ja, ich möchte mein Vermögen vermehren