Anlageklassen für ETF-Anleger

Viele Menschen denken beim Thema Investition sofort an Aktien. Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um eine Anlageklasse und den motivierten Investoren stehen noch 4 weitere Assetklassen zur Verfügung, plus Unterkategorien.

Anleger verwenden unterschiedliche Anlageklassen üblicherweise zur Portfolio Diversifikation. Eine gängige Faustregel ist hierbei, dass normalerweise, wenn z.B. eine Anlageklasse wie Aktien starke Verluste haben, andere Assetklassen Immobilien, Anleihen etc. Gewinne machen und der Gesamtverlust dadurch ausgeglichen oder zumindest minimiert wird.

Wie haben in diesem Beitrag für Sie die wichtigsten Anlageklassen zusammengetragen und erläutert.

Stocks / Aktien

Hierbei handelt es sich um die bekannteste und wahrscheinlich auch gängigste Anlagenklasse.

Aktien sind Unternehmensanteile, die an der Börse gehandelt werden.

Über diese Wertpapiere nimmt der Anleger gewissermassen am Unternehmenserfolg teil. In vielen Fällen schütten die Unternehmen einmal im Jahr seinen Aktionären Dividenden aus, also einen proportionalen Anteil am Gewinn.

Zudem macht der Anleger im Idealfall natürlich auch Gewinn durch die Kurssteigerung der Aktien am Börsenmarkt. Allerdings bedeutet das logischerweise auch, dass der Investor bei einem Kursrückgang Verluste hinnehmen muss. Die Renditen können relativ hoch ausfallen, aber man trägt dementsprechend auch ein relativ hohes Risiko.

Dem Risiko versucht man mit Hilfe der sogenannten Diversifikation des Portfolios entgegenzuwirken, wobei der Grundsatz gilt, am Besten nicht alle Eier in einen Korb zu legen.

Die Aktien in gut entwickelten Märkten wie Deutschland oder den USA haben historisch gesehen bisher die besten Renditen aller Anlageklassen geliefert. Allerdings waren sie wie bereits angesprochen auch den grössten Risiken durch Kursschwankungen und Börsencrashs ausgeliefert.

Üblicherweise sind die Aktien, die ein Stimmrecht enthalten (in Deutschland Stammaktien genannt, englisch: Common Stock) teurer, als die stimmrechtslose Vorzugsaktie. Oft wird zum Ausgleich für das fehlende Stimmrecht bei der Vorzugsaktie eine höhere Dividende ausgeschüttet. Allerdings ist dies beileibe nicht immer der Fall – man sollte also wirklich genau hingucken.

Die Bezeichnung „Vorzugsaktie (englisch: Prefered Stock) ist im Grunde genommen völlig falsch, denn von Vorzug kann keine Rede sein. Stammaktien sind deshalb bei strategischen Anlegern und auch den Gründerfamilien eines Unternehmens beliebt, da sie sich die Kontrolle des Unternehmens sichern können.

Stammaktien steigen auch dann deutlich im Wert, wenn die Gefahr einer unerwünschten Übernahme droht.

Bonds / Obligationen / Anleihen / Renten / festverzinsliche Wertpapiere

All diese Bezeichnung werden für diese Anlagenklasse synonym verwendet.

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere. Der Emittent der Anleihe verschuldet sich beim Käufer der Anleihe, wodurch der Investor gegenüber dem Herausgeber eine Geldforderung innehat. Anleihe werden deshalb auch als Schuldverschreibung oder ein Forderungswertpapier bezeichnet.

Die Konditionen für den Kredit, genauer gesagt also Verzinsung, Laufzeit und Tilgung, werden dabei vorab genau festgelegt.

Anleihen werden im Gegensatz zu Aktien nicht in einer bestimmten Währung gehandelt, sondern in Prozent. Somit kauft der Investor also keine Stückzahl einer Anleihe, sondern einen bestimmten Nominalbetrag. Gehandelt werden Anleihen am Rentenmarkt.

Der Vorteil für den Emittenten von Anleihen liegt in der Option, Kapital zu bekommen, ohne Sicherheiten vorweisen zu müssen, wie dies beispielsweise bei einem normalen Bankkredit der Fall wäre.

Der Käufer von Anleihen hat anders als bei Stammaktien kein Mitspracherecht. Er wird durch den Kauf zum Gläubiger, nicht zum Teilhaber.

Die Vorteile für den Anleger sind ganz sicher die regelmässigen, im Vorfeld festgelegten Zinszahlungen. Und natürlich bekommt er am Ende der Laufzeit das eingesetzte Kapital 100% zurück.

Allerdings existieren auch Risiken:

Bonitätsrisiko

hierunter versteht man die Gefahr, dass der Emittent der Anleihe in Zahlungsverzug gerät oder gar komplett zahlungsunfähig wird. Um die Bonität einzuschätzen, werden die Ratings von Ratingagenturen benutzt, die eine allgemeine Aussage über die Kreditwürdigkeit des Herausgebers machen. Die wichtigsten Rating-Agenturen sind:

  • Standard & Poor’s
  • Moody’s
  • Fitch Ratings

Alle drei sind zwar private Unternehmen, werden jedoch streng von Aufsichtsbehörden überwacht. Daneben gibt es auch noch viele kleinere Agenturen, die sich meist auf Nischen spezialisiert haben oder nur regional tätig sind.

Die Ratingstufen der drei Agenturen sind zwar nicht hundertprozentig miteinander vergleichbar, aber doch weitestgehend. Das beste Rating ist AAA (triple A), das schlechteste C (single C).

Gemäss des Ratings teilt man die Anleihenmärkte in zwei Segmente ein:

Ratings von AAA-BBB werden als Investmentgrade (Anlage-Rating) bezeichnet. Insbesondere institutionelle Anleger dürfen nur oder fast nur in diesem Segment das Geld anlegen.

Ratings von BB und darunter bezeichnet man als Speculative Grade (Spekulatives Rating). Anlagen in diesem Segment werden als Junk Bond (wörtlich: Müllanleihe oder Ramschanleihe) oder als High Yield Bond (Anleihe mit hoher Rendite) bezeichnet.

Zinsänderungsrisikos

hiermit benennt man das Risiko, dass sich der Marktzins ändert, während man eine Anleihe in seinem Bestand hat. Logischerweise ändert sich mit dem Marktzins auch der Kurs der Anleihe und es kann zu Verlusten kommen.

Der Marktzins wird durch die Politik des Staates, der jeweiligen Notenbank sowie konjunkturellen Begebenheiten beeinflusst. Wenn das Zinsniveau fällt, bedeutet dies steigende Anleihen Kurse. Im umgekehrten Fall, wenn das Zinsniveau steigt, fällt der Wert der Anleihe. Dies kommt besonders dann zum Tragen, wenn eine Anleihe verkauft werden soll, bevor sie eigentlich fällig ist. Sollte der Marktzins dann über dem Anleihezins liegen, dann kommt es für den Investor zu Verlusten. Liegt der Marktzins hingegen unterhalb des Anleihezinses, macht man Gewinne

Währungsrisiko

Es gibt bei Anleihen prinzipiell zwei Arten von Währungen: die Nominalwährung, welches die Währung ist, in der der Emittent die Anleihe am Ende der Laufzeit an den Käufer zurückzahlt, und die sogenannte Kuponwährung, in der die Zinsen ausbezahlt werden. Im Normalfall sind beide Währungen die gleichen. Die Gefahr des Währungsrisikos betrifft diejenigen Anleihen, bei denen diese beiden Währungen nicht identisch sind. – die sogenannte Coupon Währung - identisch. Diese Gefahr betrifft daher Anleihen, die in einer Fremdwährung emittiert werden. Fällt die Nominalwährung gegenüber der Heimatwährung des Käufers der Anleihe, so entstehen dem Käufer Verluste. Allerdings kann er umgekehrt bessere Rendite erzielen, wenn die Nominalwährung gegenüber seiner Heimatwährung an Wert gewinnt.

Inflationsrisiko

Das Inflationsrisiko bezeichnet die Unsicherheit über die reale Höhe der Zinszahlungen. Wenn also die Kaufkraft des Geldes stark sinkt, dann kann dies eventuell nicht mehr durch die Verzinsung der Anleihe ausgeglichen werden und der Investor macht somit unter dem Strich Verlust. Obwohl der Rückzahlungspreis dann höher als der Ausgabepreis ist, so ist die Rendite im Endeffekt dennoch gesunken.

Strategien mit Anleihen

Wenn man eine Anlagestrategie mit Anleihen entwickeln möchte, sollte man sich folgende Fragen beantworten:

  • In welchem Marktsegment möchten Sie gerne investieren?
  • Welche Rating-Kategorie interessiert Sie für Ihre Anlage?
  • In welcher Währung möchten Sie Ihr Geld anlegen?
  • Welche Laufzeit entspricht Ihren individuellen Anlagebedürfnissen?

Anleihen ETFs werden in der Regel benutzt, um das Risiko eines Portfolios zu minimieren. Um diesen Zweck zu erfüllen, ist ganz sicher eine Staatsanleihe – im Gegensatz zur Unternehmensanleihe - mit höchster Bonität (idealerweise Triple A) und kurzen Restlaufzeiten in der Heimatwährung des Anlegers.

Zu den Ländern, die ein dementsprechendes Bonitäts-Ranking aufweisen zählen unter anderem Deutschland, Schweiz, Niederlande, Norwegen und Kanada.

Immobilien

Immobilien sind aufgrund ihres guten Rendite-Risiko-Profils als Anlageklasse bei vermögenden Privatpersonen beliebt.

Anleger legen dabei Ihr Geld vorwiegend in Gewerbeimmobilien wie Büros und Einkaufszentren an. Ein Vorteil ist, dass Gebäude eine Wertsteigerung erfahren können. Zusätzlich erhält der Investor monatliche Mietzahlungen.

ETF-Investoren legen ihr Geld allerdings natürlich nicht direkt in den Immobilien an, sondern in Immobiliengesellschaften, die an der Börse notiert sind.

Das berühmte Zitat von Warren Buffett: „Half of the world’s wealth is in real estate” verdeutlicht den hohen Stellenwert von Immobilien im Gesamtvermögenskontext. Mit rund 6 Billionen Euro ist gut die Hälfte des deutschen Privatvermögens in Immobilien investiert.

Durch die weltweite Finanz- und Schuldenkrise und die damit verbundene Niedrigzinsphase werden Sachwerte von vielen Anlegern deutlich bevorzugt, nicht zuletzt auch als Inflationsschutz.

Wenn Sie noch mehr über die Anlageklasse Immobilien und die Möglichkeiten der Immobilieninvestition erfahren möchten, lesen Sie hier weiter: https://samt.ag/ob-haus-oder-auslandsimmobilien-beim-immobilien-kaufen-muss-rendite-eigenkapital-stimmen

Rohstoffe

Unter Rohstoffen versteht man unbearbeitete Massengüter wie Gold, Öl oder Mais. Zum Handel an den Kapitalmärkten werden ihre zukünftigen Preise (Future-Preis) benutzt.

Anleger können im Prinzip auf zwei unterschiedliche Arten in Rohstoffe investieren. Entweder direkt, indem sie beispielsweise Gold oder Silber kaufen oder indirekt durch die Beteiligung an Rohstoffunternehmen.

Bei der direkten Anlage gibt es wiederum zwei Optionen: der physische Kauf – z.B. Goldmünzen oder Barren – oder der Kauf von Wertpapieren.

Es liegt auf der Hand, dass ausser in besonderen Fällen wie Gold, Diamanten oder ähnliches, der physische Kauf von Rohstoffen eher schwierig ist. Eisenerz für 10.000 Euro kann man schlecht im Tresor oder in der Schublade aufbewahren.

Deshalb wird bei Investitionen in Rohstoffe normalerweise mit Futures (Terminkontrakte) gearbeitet. Anleger müssen allerdings unbedingt darauf achten, dass es sich um ein Differenzgeschäft und nicht etwa um ein Liefergeschäft handelt.

Rohstoffe werden einem Portfolio in aller Regel zu Zwecken der Diversifikation beigefügt, da sie das Gesamtrisiko deutlich reduzieren. Dies liegt an der historisch negativen Korrelation zu Aktien.

Um Ihr Geld mit ETFs in Rohstoffe anzulegen, stehen Ihnen zahlreiche gestreute Rohstoff-Indizes, die von den entsprechenden ETFs nachgebildet werden, zur Auswahl.

Die Bestandteile in einem Rohstoffindex lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen, wobei die Gewichtung dann von Index zu Index variiert:

Energierohstoffe

fossile Brennstoffe

Kraftstoffe

Metalle

Industriemetalle

Edelmetalle

Landwirtschaft

Agrarrohstoffe

Viehwirtschaft

Beispiel für einen Rohstoffindex ist der - stark Energie-lastige - Index von S&P GSCI (früher Goldman Sachs Commodity Index), der 24 Rohstoffe enthält. Die Gewichtung wird einmal jährlich entsprechend ihrer weltweiten Produktionsmenge angepasst:

  • 63% Energie (Öl und Gas)
  • 16% Agrarprodukte (Weizen, Mais, Sojabohnen, Kaffee, Zucker, Kakao, Baumwolle)
  • 9% Industriemetalle (Aluminium, Kupfer, Blei, Nickel, Zink)
  • 8% Vieh
  • 4% Edelmetalle (Gold und Silber)

Wir sind ein in der Schweiz zugelassener Vermögensverwalter und können Ihnen helfen Ihr Geld mittels wissenschaftlicher Konzepte zu verwalten.

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