ETF Kategorien

ETF (Kurz für das englische Exchange Traded Funds – also börsengehandelter Fond) erfreuen sich einer immer grösseren Beliebtheit bei Privatanlegern – und das völlig zu Recht. Denn da diese Fonds nicht aktiv von einem Fondsmanager verwaltet werden, sondern passive einen zugrunde liegenden Aktienindex nachbilden, sind die Kosten für dies Art der Anlage wesentlich geringer und durch die Verwendung mehrerer Aktienwerte pro Index ist auch für Diversifizierung im Portfolio gesorgt.

Es sei hier nur auf eine berühmtes Zitat von Warren Buffett, der wohl erfolgreichste Investor unserer Zeit, hingewiesen:

"Ein kostengünstiger Indexfonds ist das sinnvollste Aktieninvestment für die große Mehrheit der Anleger. Mein Mentor, Ben Graham, vertrat diese Position vor vielen Jahren und alles, was ich seitdem gesehen habe, hat mich von dieser Wahrheit überzeugt." - Warren Buffett

ETF sind auch eine sehr sichere Anlage, da das investierte Geld zum Sondervermögen gehört und im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist.

Die zugrundeliegenden Indices werden nach verschiedenen Kriterien aufgestellt werden. Ein Beispiel ist der DAX (deutscher Aktienindex) der 30 börsennotierte Aktienunternehmen abbildet.

ETFs werden genau wie Aktien auch, an der Börse gehandelt.

Je nachdem, welche Art von Index die ETF nachbilden, bzw. anhand der unterschiedlichen Sonderform der Indexnachbildung, werden sie in verschiedenen Untergruppen / Kategorien zusammengefasst.

Arten von ETFs:

  • Index ETF
  • Anlageklassen ETF
  • Rohstoff ETF
  • Sektoren ETF
  • Inverse ETF
  • Leveraged ETF

Im Folgenden erklären wir in reduzierter Form die einzelnen ETF Kategorien. Für eine ausführliche Behandlung jeder einzelnen ETF Kategorie, gibt es gesonderte Links zu entsprechenden Artikeln.

Index ETF

Im Prinzip sind natürlich alle ETF Index Fonds. Um den richtigen Index ETF zu finden, sollte man nach einem Index suchen, der den eigenen Anlageinteressen und der Ausgangssituation entspricht. Hierbei gibt es risikofreudigere oder risikoärmere Optionen, physische und synthetische ETFs. Die Indices können auch nach Ländern oder Regionen unterteilt werden.

DIe Hauptunterschiede der Indizes liegen in der Anzahl der Beteiligungen und der Grösse der Unternehmen. Hierbei werden die Unternehmen in einem Aktien nach Kriterien wie beispielsweise Dividenden rendite, das Kurs-Gewinn-Verhältnis etc. gewichtet.

Regionale Indizes können beispielsweise sein:

  • Afrika-ETFs
  • Asien-Pazifik-ETFs
  • Asien-Pazifik-ETFs (ohne Japan)
  • Europa-ETFs
  • Golfstaaten-ETFs
  • Latein Amerika-ETFs
  • Nordamerika-ETFs
  • Osteuropa-ETFs
  • Schwellenländer-ETFs
  • Skandinavien-ETFs
  • Welt-ETFs

Anlageklassen ETF

Die meisten Menschen denken bei ETF automatisch an Aktien als Anlageklasse, d.h. also, dass mit den ETF ein Aktienindex nachgebildet wird. Dem ist jedoch bei weitem nicht so, denn es gibt auch ETF die die Wertentwicklung andere Anlage Indizes replizieren.

Neben den bereits behandelten Aktienindizes gibt es drei weiter wichtige Anlageklassen für ETF Anleger (den Rohstoff ETF haben wir ein eigenes kleines Kapitel gewidmet):

  • Geld / Währungen ETFs

    Bargeld ist die liquideste und sicherste Anlage und der Wert schwankt nicht mit Marktpreisen. Allerdings sind deshalb auch die Renditen wesentlich niedriger und in manchen Fällen aufgrund der Inflation sogar negativ. ETFs replizieren hier den Index einer bestimmten Währung.

  • Anleihen ETFs

    Anleihen/Renten sind Schuldverschreibungen. Die Anleger stellen also dem Emittenten für einen bestimmten Zeitraum einen Kredit zur Verfügung. Als Bezahlung bekommen sie neben dem verliehenen Betrag auf zuvor festgelegte Zinsen zurück. Nach der Emission werden Anleihen frei gehandelt, weswegen die Preise täglich schwanken. Für ETF-Anleger stehen mehrere Anleihen Indizes zur Auswahl.

  • Immobilien ETFs

    Anleger investieren meist in Gewerbeimmobilien wie Büros und Einkaufszentren. Neben der Wertsteigerung können auch Mieteinnahmen positiv verbucht werden. ETF-Investoren legen ihr Geld nicht direkt in Immobilien an, sondern in börsennotierten Immobiliengesellschaften.

  • Aktien ETFs

    Über Wertpapiere kann der Anleger am Unternehmenserfolg teilnehmen. Dies kann entweder über jährlich ausgeschüttete Dividenden oder aber über die Kurssteigerung der Aktien selbst erfolgen. Längerfristig fahren Aktien in entwickelten Märkten wie Deutschland oder den USA die besten Renditen aller Anlageklassen ein, allerdings sind mit ihnen auch die grössten Risiken verbunden (Stichwort Börsencrash und Kursschwankungen). (Siehe auch Index ETF)

Hier sind eine gängige Unterkategorien von Anlageklassen ETFs:

  • Renten-ETFs
  • Aggregate Anleihen-ETFs
  • High Yield-ETFs
  • Inflationsgeschützte Anleihen-ETFs
  • Investment Grade Anleihen-ETFs
  • Pfandbrief-ETFs
  • Staatsanleihen-ETFs
  • Unternehmensanleihen-ETFs
  • Wandelanleihen-ETFs

Rohstoff ETF

Dem ETF Investor stehen mehrere interessante und breitgestreute Rohstoff Indizes zur Verfügung. Die Investition in Rohstoffe ist mit ETF einfach und unkompliziert. Denn das direkte Anlegen in Commodities über Futures ist in aller Regel nichts für Privatanleger.

Die Wertentwicklung eines ETCs (Exchange Traded Commodities) wird entweder durch den Kassapreis (Preis für die Sofortlieferung) oder dem Futures-Preis (Preis für die zukünftige Lieferung) eines einzelnen Rohstoffes oder auch eines gesamten Rohstoffkorbes festgelegt.

Man kann mit einem ETC nicht in einen einzelnen Rohstoff investieren. Dies liegt daran, dass gesetzlich ein Minimum an Diversifikation festgelegt ist. Zudem dürfen die ETFs auch keine physischen Rohstoffe halten.

Allerdings kann ein ETF durchaus nur Rohstoffe einer bestimmten Art enthalten. Ein Beispiel hierfür wären die sogenannten Soft Commodities ETF, welche nur Rohstoffe aus dem Agrarsektor enthalten.

So gibt es z.B. folgenden Indizes, deren Wertentwicklung von ETC repliziert wird:

  • Agrar-Unternehmen
  • Edelmetallkorb
  • Energie-Unternehmen
  • Erneuerbare Energien
  • Industriemetalle
  • Rohstoffkorb (breit)
  • Rohstoffkorb ohne Agrarsektor

Sektoren ETF

Mit Sektoren oder auch Branchen ETFs kann der Anleger in Aktien einer einzelnen Branche investieren. Dies ist selbstverständlich sehr gut zur Diversifizierung des Portfolios geeignet. Für die Zuordnung der unterschiedlichen Aktien zu einer Branche gibt es zwei international anerkannte Branchen-Klassifikationsschemata – dem GICS oder dem ICB. Beispiele sind folgende ETF Optionen:

  • Agraraktien-ETFs
  • Automobil-ETFs
  • Banken-ETFs
  • Basiskonsumgüter-ETFs
  • Cyber Security-ETFs
  • Einzelhandels-ETFs
  • Energie-ETFs
  • Erneuerbare Energien-ETFs
  • Finanzdienstleistungen-ETFs
  • Gesundheitswesen-ETFsGesundheitswesen-ETFs
  • Haushaltswaren-ETFs
  • Industriegüter-ETFs
  • Infrastruktur-ETFs
  • Medien-ETFs
  • Nahrungsmittel- und Getränke-ETFs
  • Technologie-ETFs
  • Telekom-ETFs
  • Versicherungen-ETFs
  • Versorger-ETFs

Inverse ETF

Hier erfolgt die Einordnung in diese Kategorie aufgrund der Tatsache, dass diese ETF die inverse Wertentwicklung des zugrundeliegenden Indizes abbilden. Ursprünglich waren Inverse ETF dazu gedacht, das Aktiendepot abzusichern. Diese Art von ETF wird auch oft Short ETF genannt, denn sie sind absolut nicht als längerfristige Geldanlage gedacht.

Short ETF sind eng verwandt mit den Leveraged ETF (siehe entsprechendes Kapitel) und treten auch in Kombination als Inverse Leveraged ETF auf.

Short ETFs sind extrem spekulative und für kurzfristiges Handeln auf Tagesbasis entworfene Anlage Instrumente und bergen entsprechende Risiken, die von einem Privatanleger normalerweise nicht korrekt eingeschätzt werden können.

Es handelt sich um ein Open-End-Produkt, d.h. es existieren keine Laufzeitbegrenzungen und der Anleger kann deshalb zu jedem beliebigen Zeitpunkt ein- und aussteigen. Der zugrundeliegende Short-Index ist dabei so aufgebaut, dass sich dessen Rendite auf einen kurzen Zeitraum bezieht. Deshalb wird im Normalfall die Berechnung täglich vorgenommen.

Die Berechnung der Wertentwicklung des Short ETFs lässt sich im echten Leben übrigens nicht einfach mit minus eins aus der Index-Entwicklung ableiten. Dies liegt an dem mathematischen Phänomen der sogenannten Pfadabhängigkeit. Mehr dazu können Sie im entsprechenden ausführlichen Artikel auf unserer Webseite lesen.

Leveraged ETF

Ein Leveraged ETF ist zu Deutsch ein gehebelten ETF. So kann beispielsweise die Rendite eines Leveraged ETF um verschiedene Faktoren gehebelt werden. Dies bedeutet, dass der Leveraged ETF beim Ansteigen des zugrundeliegenden Index um 10% um das doppelte steigt -also 20%.

Aber natürlich gilt dies auch umgekehrt, Fällt der Index um 10%, so fällt der ETF um 20%.

Leveraged ETF werden mit dem Faktor angegeben, so gibt es z.B. Gold ETF x2, Direxion 3x, ETF x3, ETF Dax Short 4x, ETF DAX 2x Long, usw.

Auch die Leveraged ETFs bilden die Wertentwicklung eines Index in der Regel täglich ab. Man sagt dazu in der Fachsprache, dass die Position glattgestellt wird. Dies führt ebenfalls zum Phänomen der Pfadabhängigkeit. Im detaillierten Artikel zum Thema Leveraged ETF können Sie ein anschauliches mathematisches Rechenbeispiel finden.

Leveraged ETF sind somit genau wie Inverse ETF mit einem deutlichen Risiko behaftet und man sollte vorsichtig damit umgehen, bzw. eine klare Vorstellung davon haben, für wen die Leveraged ETF konzipiert wurden.

Wir sind ein in der Schweiz zugelassener Vermögensverwalter und können Ihnen helfen Ihr Geld mittels wissenschaftlicher Konzepte zu verwalten.

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