Mit Branchen ETFs Geld in Sektoren wie Pharma, Energie, Industrie, Tech, IT, Konsumgut oder Finanz anlegen um den Markt schlagen

Mit Sektoren ETFs in verschiedene Branchen investieren und den Markt schlagen


Sektoren ETFs (auch englisch: Sector ETFs) aus verschiedenen Branchen, wie z.B.Pharma ETF, Tech ETF, Banking Sector ETF, Financial ETF, IT ETF, etc. helfen bei der Diversifizierung des Portfolios und der Anlagen strategie.

Es handelt sich hierbei um ETFs, die die Wertentwicklung eines Branchen Index nachbilden. Der Grund dafür, dass Ökonomen und Anleger Unternehmen in Gruppen zusammenfassen, die in ähnlichen Bereichen der Wirtschaft aktiv sind, ist logisch. Denn diese Unternehmen stehen vor ähnlichen Voraussetzungen und Herausforderungen und werden sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums höchstwahrscheinlich ähnlich entwickeln.

Nehmen wir beispielsweise den Pharmasektor. Ein Konzern mag zwar eventuell in einem Bereich ein besseres Medikament besitzen oder aus irgendeinem Grund etwas effizienter produzieren, aber nichtsdestotrotz unterliegt die gesamte Branche den gleichen Gesetzen und Regulierungen, haben die gleichen Rohstoffkosten, etc. und werden sich daher grob in die gleiche Richtung entwickeln.

Was macht die Sektoren ETFs so interessant?


Mit Sektoren ETFs – die oft auch als Branchen ETFs bezeichnet werden – können Anleger in die erwähnten Entwicklungen eines Sektors investieren. Mit dem Kauf eines ETFs kann in den kompletten Sektor investiert werden, ohne dass man einen Aktienkorb aus dieser Branche selbst zusammenstellen müsste.

So können Sie beispielsweise mit iShares U.S. Pharmaceuticals ETF in den Pharma Sektor investieren. Die drei grössten Anteile am Index haben Johnson & Johnson (JNJ) mit 10.33%, Pfizer Inc. (PFE) mit 8.74% und Merck & Co Inc. (MRK) mit 7.62% inne.

Bevor Sektoren ETFs ins Leben gerufen wurden, musste man, um beispielsweise in den Pharma Sektor zu investieren, selbst die Einzelaktien der verschiedenen Unternehmen aussuchen und in den gewünschten Mengen kaufen. Das ist nicht nur schwierig, sondern auch zeitraubend und sehr teuer.

Eine andere Möglichkeit wäre die Investition in einen aktiv verwalteten Gesundheitsfonds. Allerdings sind hier die Gebühren wesentlich teurer als im Falle der passive gemanagten ETFs.

Sektoren ETFs sind flexibel, leicht zu handeln und man kann mit ihrer Hilfe in mehrere Sektoren investieren, statt das Portfolio beispielsweise lediglich regionen- oder länderspezifisch zu diversifizieren.

Mit Branchen-ETF Market Rotation Strategy umsetzen


Branchen-ETFs sind hervorragend zur Umsetzung einer Market Rotation Strategy oder einer Sektor-Rotations-Strategie geeignet. Hierbei handelt es sich um einen sehr interessanten und erfolgreichen Strategieansatz, der auch kurz Sektor Rotation genannt wird.

Als Ausgangspunkt dieser Strategie wird ein marktbreiter Aktienindex verwendet, in dem unterschiedliche Branchen bzw. Sektoren mit variierender Gewichtung nachgebildet werden. Anschliessend wird dann zunächst für jeden Sektor unter Zuhilfenahme von Vergangenheitswerten eine statistische Relation zwischen den beobachteten, objektiven Einflussfaktoren am Anfang eines Vierteljahres und der tatsächlichen Performance des Sektors am Ende des Vierteljahres herausgefunden. Der festgestellte Zusammenhang wird dann als Basis für die Einschätzung des Performance potenzials des jeweiligen Sektors in den nächsten drei Monaten genommen. Einflussfaktoren, die in die Schätzung einfließen sind z.B.:

  •   das Zinsniveau
  •   die Volatilität
  •   das Kurs-Gewinn- Verhältnis
  •   die Inflation

Nachdem das Performance potential der einzelnen Sektoren eingeschätzt wurde, wird dann eine entsprechende Rangliste angefertigt. Mithilfe eines Optimierungsverfahrens wird dann im Anschluss eine Gewichtung der Sektoren mit der höchsten risikoadjustierten Renditeerwartung vorgenommen. Hierbei dürfen die aktuellen Sektor Gewichtungen des Vergleichsindex um höchstens 5 Prozent erhöht bzw. reduziert werden. Zum Schluss werden für die Repräsentation der einzelnen Sektoren besonders chancenreiche Aktientitel ausgesucht. Diese Auswahl wird anhand der höchsten positiven Gewinnprognose-Revisionen durchgeführt, welche auf den von Thomson Financial I/B/E/S® veröffentlichten 12-Monats-Konsensprognosen beruhen. Im jeweiligen Sektor werden die auf diese Weise ausgewählten Aktientitel gleichgewichtet. Dabei dürfen sie jedoch einen Anteil von 5% des Gesamtkorbes nicht überschreiten.

Die Grundidee ist vereinfacht ausgedrückt, dass man Branchen stärker gewichtet, bei denen man in der nächsten Phase des Konjunkturzyklus den besten Profit erwartet. Oder aber man übergewichtet auf Dauer diejenigen Branchen, bei denen man langfristigen die besten Aussichten im Portfolio vermutet. So kann man beispielsweise ziemlich zweifelsfrei von einem steten wachsen der Weltbevölkerung ausgehen und somit gleichzeitig von einem wachsenden Energiekonsum, weshalb man innerhalb des Portfolios Energie-ETFs stärker gewichten kann.

Die folgende Grafik veranschaulicht den Zusammenhang zwischen Aktien- und Konjunkturzyklus, bzw. welche Aktien zu welcher Zeit stärker gewichtet werden sollten.

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Wie funktionieren Branchen-ETFs

Branchen-ETFs bilden wie andere ETFs auch, einen bestimmten Index nach und werden von einem Indexanbieter verwaltet:

  •   Die „Industry Classification Benchmark“ (ICB)
     Dieses Klassifikationsschema hat als Basis 75.000 Wertpapieren. Diese werden in 10 Industrien, 19  Supersektoren, 41 Sektoren und 114 Teilsektoren aufgeteilt.
  •   Das „Global Industry Classification Scheme“ (GICS)
    Dieses Klassifikationsschema hat 51.000 Wertpapieren, die in 11 Sektoren, 24 Industriegruppen, 68 Industrien und 157 Teil-Industrien unterteilt werden, als Grundlage.

Im Grunde genommen sind beide Methoden ziemlich ähnlich. MSCI Indizes basieren auf dem GICS-System, während beispielsweise die Branchen-Indizes von STOXX Ltd. Auf dem ICB-System beruhen.

Beide Ansätze verfolgen die gleiche Logik. Die Hierarchie basiert auf breiten Branchen-Gruppierungen, die dann immer weiter bis hin zu kleinen Nischen-Bereichen unterteilt werden.

Wenn z.B. ein Unternehmen den Großteil der Einnahmen aus der Luft- und Raumfahrt erwirtschaftet, werde die Aktien gemäss des ICB-Schema der Kategorie „Verkehr“ zugeordnet. Dies wiederum gehört zum Luft- und Raumfahrt-Untersektor, welcher seinerseits Teil des Aerospace und Verteidigungssektors bildet. Dieser zählt zum Super-Sektor Industriegüter und -dienstleistungen, welcher sich in der Industriegruppe „Industrie“ befindet.

Die besten Branchen ETF machensich die Wirkung des Konjunkturzyklus (s.o.) zunutze. Denn Branchen ETFs – oft auch Sektoren ETFs genannt - umfassen die wichtigsten Wertpapiere einer bestimmten Branche und bilden deren Kursverläufe ab.

Da im Laufe des Konjunkturzyklus einige Branchen höhere Gewinne machen als andere, können logischerweise auch die Anleger mit Branchen ETFs von diesen Entwicklungen profitieren.

Bei Branchen ETFs handelt es sich um Exchange Traded Funds, die nicht ausschließlich den Kursverlauf eines zugrundeliegenden Indexes nachbilden, wie dies die „normale“ ETFs tun (Anleihen ETFs, Rohstoff ETFs, etc.). Branchen ETF fassen vielmehr die Kurse verschiedener Wertpapiere aus einer bestimmten Branche zusammen. Zu diesen Branchen gehören:

  •   Auto und Zulieferer
  •   Banken
  •   Bauwesen
  •   Chemie
  •   Haushaltsartikel
  •   Industriegüter
  •   Infrastruktur
  •   Medien
  •   Rohstoffe
  •   Telekommunikation
  •   Versorger

Branchen ETF Anbieter: SPDR Sector ETFs

Die State Street Global Advisors Company ist einer der weltweit größten Vermögensverwalter (ca. $ 2,0 Billionen Assets under Management).

In Deutschland werden über 80 ETFs von SSgA unter dem Namen Spider Index Funds (auch kurz Spider) an der Deutschen Börse gehandelt. Die angebotenen ETFs bilden sowohl nationale als auch internationale Indizes auf Basis der Marktkapitalisierung, Anlagestil, Sektor oder Branche wieder.

Beispiel:

SPDR MSCI World Industrials UCITS ETF (WKN: A2AGZ3)

Branche: Industriegüter

Der MSCI World Industrials ist ein internationaler Aktienindex, der die Entwicklung der Aktien im Industriegüter Sektor von 23 Industrieländern weltweit widerspiegelt.

Potentielle Risiken von Branchen-ETFs

Man darf beim Anlegen nie die Kosten aus den Augen verlieren. So sind beispielsweise bei Branchen ETFs die jährlich anfallenden Gebühren typischerweise etwas höher als die von regionalen oder länderbasierten ETFs. Insbesondere bei ungewöhnlichen oder Branchen-ETFs, mit einem relativ niedrigen Fondsvolumen können höhere Kosten entstehen.

Bedenken Sie auch, dass man mit einer Sektor-Rotations-Strategie nicht den gesamten Markt kauft, sondern im Prinzip einem aktiven Ansatz nachgeht und in eine kleine Gruppe von Unternehmen investiert, bei denen man alles in allem von einer positiven Wertentwicklung ausgeht. Damit diese Art ETF die billigeren Indizes, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind, schlagen, muss man mit der Einschätzung ziemlich richtig liegen. Bei einer falschen Entscheidung, wird sich Ihr Depot deutlich schlechter entwickeln.

Fazit in Sachen Branchen ETF

Trotz möglicher Risiken, scheinen die Vorteile doch zu überwiegen. Denn die Sektoren-Rotations-Strategie ist in der Praxis gut erprobt und bei richtiger Durchführung relativ erfolgreich. Branchen ETFs sind eine gute Möglichkeit den Gesetzen der Konjunkturzyklen Rechnung zu tragen.

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