wann werden die Tage des passiven Geldfluss mit Robo Advisor 1.0 vorbei sein. Lesen Sie über Risiken von Robo Advisors.

Passives Asset-Management zur Erzielung eines passiven Geldflusses mit Robo Advisors 1.0 ist auf dem Vormarsch

Die Robo Advisors 1.0 sind seit 2010 auf dem Vormarsch. Sie haben ein ganz einfaches Konzept: „Den breiten Markt so billig wie möglich kaufen“ und dieses Konzept hat seit dem Ende der Finanzkrise im Jahr 2009 gut funktioniert.

Die Vorteile einergünstigen passiven Anlage werden wie ein Mantra wiederholt:

  • In den Markt mit einem „dauerhaften“ Anlagehorizont investieren, weil der Markt dauerhaft steigen wird. Dadurch gibt es einen sicheren passiven Geldfluss.
  • Nach dem günstigsten Angebot suchen. Jedes Unternehmen kann eine passive Anlage machen und die günstigste ist die beste.
  • Eine aktive Anlage ist schlecht. Wenn der Markt ständig steigt, macht es keinen Sinn, etwas anderes als lange am breiten Markt zu sein.

Egal wo man hinschaut, jeder Broker oder jede Bank hat nun seinen kostenlosen Robo Advisor 1.0 (meistens werden eigene Produkte verkauft) und sogar neutrale Robo Advisors 1.0 wie www.ways2wealth.com bieten ihre Beratung kostenlos an. Passive Fonds machen mittlerweile rund 36 Prozent aller US-Handels Fondsvermögen aus (Quelle: Morningstar) und es ist kein Ende bei diesem Trend abzusehen.

Der Robo Advisor 1.0 war keine Produktinnovation, passive Anlageideen gibt es schon seit 1950. Es war eine Vertriebs- und Prozessinnovation, da die Robo Advisors 1.0 nicht die teuren klassischen Anlage Vertriebskanäle nutzen, sondern direkt übers Internet zu einem viel niedrigeren Preis verkaufen.

„BlindesAnlegen“ oder passivesAnlegenist zur Norm geworden. Ist es möglich, etwas zuverbessern, das so gut ist und so gut läuft?

Regierungen geben immer mehr Geld heraus und eine zunehmende Anzahl an passiven Anlegern legt sein Geld blind und voller Vertrauen an, was die Grundlage für die Existenz der Märkte verzerrt, die eigentlich als Mechanismus dienen sollten, um leistungsstarken Unternehmen Geld zur Verfügung zu stellen.

Die Idee des Marktes ist es, dass Anleger in gute Unternehmen investieren und diese dadurch florieren und Geld von Firmen mit geringerer Produktivität abgezogen wird.

Aufgrund der ständigen Lockerungsprogramme der Zentralbank und Wellen von Geld, die über Unternehmen in den passiven Indizes schwappen, gibt es keine Trennung zwischen den guten und schlechten und man braucht sich nicht zu überlegen, wo man investieren soll. In einer Art Finanz Sozialismus erhalten alle Unternehmen den gleichen Anteil, in dem sie in einem der großen Indizes wie SMI, DAX, EuroStoxx, Dow Jones oder S&P indiziert sind.

Wissenschaftliche Vermögensverwaltung für Jeden

Bessere Wege zur Vermögensverwaltung lernen


Regierungslockerungen haben allen Geld gebracht, die Börse gleicher gemacht und es gibt keine Branchenrotation und kein Überleben der Stärksten mehr. Das baut eine Art Zyklus von Zentralbanklockerungen auf – die überallhin leicht verdientes Geld bringen – und anstatt dass Anleger Analysen anstellen und in die besten Unternehmen investieren, wird das Geld zu gleichen Teilen in alle Branchen investiert.

Das Überleben der Stärksten zu stoppen, allen Geld zu geben und finanziellen Sozialismus zu unterstützen ist keine schlechte Sache (und selbst ich bin ein großer Fan von passiven Anlagen), aber es birgt das Risiko, dass den falschen Unternehmen Geld gegeben wird, dass Blasen aufgebaut werden, die Marktmechanismen nicht mehr funktionieren und einige schlechte Firmen überbewertet werden zusätzlich zur Überbewertung des Marktes.

Register to get all new articles in your inbox

Wenn man zum Beispiel im NASDAQ-Index investiert, dann besitzt man einen Teil der nicht stimmberechtigten Aktien von Snapchat mit dem Börsenkürzel SNAP. Snapchat wurde im März 2017 in der NASDAQ gelistet und es handelt sich dabei um eine smartphonebasierte Social-Network-App, bei der die Nachrichten nach einiger Zeit verschwinden. Der Wert von Snapchat beträgt 40.000 Millionen US-$ und SNAP hat noch nie Gewinn gemacht und wird wahrscheinlich auch in naher Zukunft keinen Gewinn machen. Sie wird von ein paar Geschäftsführern in den Zwanzigern geleitet, die sich selbst 1 Mio. US-$ Gehalt pro Tag zahlen, und hat mit Facebook, Twitter und Google eine harte Konkurrenz. Ein konservativer Anleger hätte wahrscheinlich nicht in Snapchat investiert, da es eine riskante Anlage ist, aber im Index wird sie als gute langfristige Anlage an ETF-Anleger verkauft.

Das Gleiche geschah mit Collateralized Debt Obligation (CDO), was zur Finanzkrise im Jahr 2007 geführt hat. Verschiedene Immobilienhypotheken von geringerer Qualität (Subprime-Schulden genannt) wurden zusammengebunden und verkauft mit dem Argument, dass „es eine diversifizierte Anlage im breiten Markt ist, unterstützt von einer großen Menge Immobilien“. Die Idee der Diversifizierung war gut, aber allein die Tatsache, dass zu viel Subprime im Paket war, machte sie zum Verlierer. Snapchat kann man als Subprime-Schulden betrachten, verpackt in die NASDAQ und Ihrem Anlageportfolio.

Der Robo Advisor 1.0 Investor ist vergleichbar mit dem CDO-Investor von 2007. Oder mit O'Neills Worten ein Anleger in einer „Blasenmaschine“ oder ein „Winner-take-all”-System, das ohnehin schon große Unternehmen aufbläht, die nicht wissen, ob sie tatsächlich mehr Dinge verkaufen oder größere Gewinne generieren werden (The New Yorker - Is passive investment actively hurting the economy? / The New Yorker - Schadet passives Anlegen aktiv der Wirtschaft?).

Ergebnis: Passive Anlagefonds (ETFs) und Robo Advisors 1.0 füllen die Blase weiter und können Geld falsch verteilen.

Passiv hat nicht immer Gewinne eingebracht

Viele Gründer der unzähligen Robo Advisors für passive Anlagen sind in den Zwanzigern und neu im Anlagenbereich. Sie haben gerade ihr Studium beendet oder bei Technologieunternehmen gearbeitet und noch nie etwas anderes erlebt, als dass der Kurs steigt. Und es stimmt, denn es hat noch nie so eine globale „Geldschöpfung aus nichts“ gegeben, wie wir es jetzt erleben. Durch die Geldschöpfung aus nichts und blinde Anlagen ist es möglich, den Gewinn der nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte wegzunehmen.

In der Wissenschaft ist es üblich, ähnliche Ereignisse in der Geschichte zu analysieren und daraus Schlussfolgerungen über die Zukunft zu ziehen. Wir haben ein modernes Beispiel dafür, was nach einer massiven künstlichen Geldvermehrung durch die Regierung, Fehlverteilung dieses Geldes und staatlich getriebenen Währungsmanipulationen passierte. Dies geschah in Japan von 1985 bis 1990.

Die Grafik zeigt die Entwicklung des Nikkei 225, des großen japanischen Aktienindex. Er ging von 6.770 im Jahr 1980 über 39.000 im Frühjahr 1990 auf 19.500 im März 2017. Das Umfeld in Japan für die Blase Keiki (japan. バ ブ ル 景 景 気, baburu keiki) war irgendwie vergleichbar mit heutigen Entwicklungen, da es durch verschiedene künstliche, staatlich initiierte Geldwechsel Aktivitäten ferngesteuert war und im Grunde jedes Unternehmen in der Nikkei anstieg. Jetzt, mehr als 25 Jahren nach dem Platzen der Blase, sind die alten Höchstwerte noch immer nicht erreicht und es wird vielleicht nochmals 25 Jahre oder noch länger dauern, um den Kurs wieder zu verdoppeln und wieder das Niveau von 39.000 von 1990 zu erreichen.

Ergebnis: Eine künstliche Kursmanipulation kann Blasen begünstigen, in denen alle Vermögenswerte steigen, und es ist nicht sicher, dass das Vor-Blasen-Niveau in einem Jahrzehnt erreicht werden kann.

Wie hoch werden die Vermögenswerte heute bewertet?

Die Gesamtmarktkapitalisierung (gemessen vom Wilshire 5000 Total Market Index oder der Globalen Marktkapitalisierung) bezogen auf das BIP ist ein allgemein akzeptiertes Maß für die Unter- oder Überbewertung der Börse, da beide Maße irgendwie in einem fundamentalen Verhältnis zueinander stehen. In unserem eigenen System der SAMT AG zeigt das Wilshire-BIP-Verhältnis eine Überbewertung der Börse von 25%, die höchste jemals gemessene Überbewertung. Am unteren Ende der im März 2009 geplatzten Immobilienblase zeigte das Verhältnis eine Unterbewertung von 30%. Es ist zu beachten, dass dieser Indikator keine gute Quelle zum Handeln ist, da Überbewertung oder Unterbewertung nicht bedeutet, dass der Markt in naher Zukunft korrigieren muss. Die Unter- oder Überbewertung kann viele Jahre so weitergehen.

Aber aus dem Verhältnis kann man erkennen, ob man für einen hohen oder einen niedrigen Preis im historischen Vergleich kauft. Bargeld aufzuheben, um nur in eine Markt Unterbewertung zu investieren, wird als Konzept nicht funktionieren, da es unmöglich ist vorherzusagen, wann die nächste Unterbewertung aufkommen wird, und es bietet – basierend auf einer wissenschaftlichen Analyse – eine schlechte Leistung. Tatsächlich wissen wir, dass wir, wenn wir jetzt investieren, einen schlechten Preis bekommen, aber wir müssen irgendwie investieren, weil wir nicht sagen können, wann die Märkte wieder korrigieren werden.

Ergebnis: Der Marktpreis kann gemessen werden und man kann nachvollziehen, ob der Preis hoch oder niedrig ist, aber es ist keine Hilfe für den Handel, da er nicht angibt, wann sich der Preis wieder ändern oder korrigieren wird

Wie kann ich persönlich mein Geld mit Robo Advisor 2.0 besser anlegen?

Der Robo Advisor 2.0 ist ein Konzept, das über das einfache ETF-Anlagekonzept hinausgeht. Der Robo Advisor 2.0 basiert auf der direkten Online-Vertrieb Anlage aus dem 1.0-Konzept, bietet darüber hinaus aber Produktinnovationen in alternativen Anlagekonzepten, die nicht mit dem Aktienmarkt korrelieren. sowie über ein intelligentes Hedgeing das Portfolio preiswert gegen Wertverlust zu versichern.

Der Robo Advisor 2.0 ist ein Core-Satellite-Konzept, bei dem eine Aktie oder ETF-Anlage der Kern ist und verschiedene nicht berufsbezogene Anlagen die Satelliten Investments sind. Der Kern basiert immer noch auf einem langfristigen „Buy-and-Hold”-Ansatz, hat aber zusätzliche Ansätze, wie man in teuren oder billigen Märkten handeln und agieren kann, gemessen an der Marktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP.

Die SAMT AG entwickelte einen standardisierten Ansatz, in dem sie ein ETF- oder ein Aktien-Core-Investment und verschiedene alternative Module als Satelliten Investments anbietet. Das Core-Modul der SAMT AG ist so aufgebaut, dass es viele Jahre lang nicht mehr verändert werden muss, während ein zweites Modul eine alternative Anlage in Commodity Spreads ohne Aktien-Korrelation bietet und ein drittes Modul verschiedene Anlageberater bietet, zum Beispiel mit einem Grundwert Ansatz oder Futures Swing Trading. Dies alles wird durch ein Risikomanagement-Modul gesteuert und das Geld wird auf verschiedene Module aufgeteilt. Zusätzlich können ETFs oder Aktien jederzeit oder in Phasen höherer Volatilität mit Optionen abgesichert werden. All das kann komplett von einem einzigen Portfolio bzw. Account angelegt bzw. verwaltet werden. Die Verschiebung zwischen den Modulen wird verändert und ein größerer Teil des Geldes wird in Aktien investiert, solange sie billig sind.

Abschließende Schlussfolgerung zu Anlagen:

Blasen und Fehlanlagen in Aktien, Anleihen und Immobilien gibt es überall, aber das bedeutet nicht, dass man vorhersagen kann, wann diese Blasen platzen. Wissenschaftlich betrachtet macht es zur optimalen Rendite selbst bei einem weiten fortschreiten der Blase Sinn noch einzusteigen - allerdings mit Vorsicht und nicht vollem Kapitaleinsatz. Eine Korrektur einer Blase kann noch Jahre dauern, aber wenn die Märkte die Blase korrigieren, wird es Jahre oder Jahrzehnte dauern, um das alte Niveau wieder zu erreichen. Anleger sind gezwungen, irgendwo zu investieren, da unproduktives Kapital keine Option ist, da es weniger Rendite bringen wird.

SAMT AG bietet über das Robo Advisor 2.0 Konzept Anlagen, die in zusätzlichen Dimensionen wie z.B. alternativen Investments wie Managed Futures, Commodity Spreads diversifizieren oder das Portfolio gegen fallende Kurse mit Optionen absichern.

Autor: Dr. Mirko C. Ulbrich (Samt.AG, ein in der Schweiz registrierter Vermögensverwalter)

Wir empfehlen Ihnen diese thematisch verbundenen Artikel zu lesen:

Warum Dividenden Sammler meist weniger Rendite erzielen

Glaubt man den Dividenden Blogs, dann erscheinen Dividenden der einfachste Weg zum wirklich passiven Einkommen. Finanzielle Freiheit mit Dividenden..Lesen Sie mehr dazu.

Warum Aktienfonds Geld-immer aktiv investieren

Seit Bestehen der internationalen Börsen versuchen die Kapitalanleger Renditen zu erwirtschaften, indem sie in einzelne Aktien,.. Lesen Sie mehr dazu.

11 Fehler, die man unbedingt bei Investitionen und Geld anlegen vermeiden sollte

Banken und große Finanzinvestoren nutzen seit jeher die Finanzmärkte, um sich Kapital zu verschaffen oder das eigene.. Lesen Sie mehr dazu.

Wie Sie am besten in Anlagefonds investieren

Investmentfonds sind kollektive oder zusammenwirkende Investmentinstrumente, bei denen das gesamte Vermögen aller Einzelinvestoren .. Lesen Sie mehr dazu.

11 Tricks um mit der richtigen Einstellung mehr Geld an der Börse zu verdienen

Um an der Börse Geld zu verdienen braucht man die richtige Einstellung. Oft spielt die Psyche dem Börsenanleger ein Schnippchen und Aufgrund von.. Lesen Sie mehr dazu.

11 Angewohnheiten erfolgreicher Investoren

Vermögensaufbau und Anlagensind keine triviale Angelegenheit, besonders wenn sich die Investoren zwischen Wunschergebnissen und Risikovermeidung bewegen. Lesen Sie mehr dazu.

Ja, ich möchte mein Vermögen vermehren